1. Ein Sturmgewehr zur Geburt

    Mindener Stichlinge feiern Saisonabschluss in Rehburg

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    REHBURG (jan). Vor vollem Haus haben die Mindener Stichlinge den Abschluss ihrer laufenden Kabarett-Saison im Rehburger Bürgersaal gefeiert – und bereiten sich nun auf das Programm vor, das sie im 50. Jahr ihres Bestehens präsentieren wollen.

    Auch mit 49 Jahren sind die Mindener Stichlinge bereits das älteste aktive Amateur-Kabarett Deutschlands. Dass dieses Alter ihrem Biss beziehungsweise ihrem – namensgebenden – Sticheln keinen Abbruch tut, haben sie bereits zum 14. Mal auch in Rehburg auf Einladung des Rehburg-Loccumer KulTour-Vereins bewiesen. Eigentlich ist kein Thema aus Politik, Gesellschaft und anderen Feldern, die im öffentlichen Leben eine Rolle spielen, vor ihnen sicher. Passgenau und treffsicher haben sie sich erneut gezeigt –‚Augen zu und durch’ war dieses Mal die Devise. Das beinhaltete dann beispielsweise einen gekonnten Auftritt von Kirsten Gerlhof als Angela Merkel inklusive Raute und zuckendem Kopf, die dem Publikum die Frage stellte, was es denn im Kabarett wolle? "Sie haben doch mich!" Hübsch untermauert hat diese Merkel ihren Ausspruch mit Aussagen dazu, wie sie Politik heutzutage gestaltet - nämlich gleichzeitig tun und auch lassen. Also beispielsweise Auslandseinsätze zulassen, aber bitteschön ohne intaktes Kriegsgerät. Und wo die Stichlinge nun schon mal beim Thema waren, griffen sie es gleich noch ein wenig mehr auf und ließen eine zuckersüße Ursula von der Leyen (Jana Löschner) vor einigen Soldaten aufmarschieren. Für den Säugling einer der ihr Untergebenen hatte sie ein schönes Sturmgewehr als Geburtstagsgeschenk dabei, für die Mutter den Rat, dieses im Kühlschrank aufzubewahren, weil es schließlich bei Wärme nicht gut funktioniere. Wie gut für die Stichlinge, dass so vieles im Argen liegt. Worüber sollten sie ansonsten schließlich sticheln? Eingängig und so, dass es immer noch Lust auf weitere Kabarett-Stücke machte, war in diesem Programm auch die Melodie-Auswahl – vorgetragen von dem Mann am Klavier, Pit Witt. Elvis Presleys ‚Fever’ wurde so zu ‚Kriege’ und mündete in der Erkenntnis ‚Hitler, Stalin, Mussolini, haben es schon gewusst – Krieg ist ein probates Mittel gegen Frust’. Was Regisseur Birger Hausmann sich zu Beginn gewünscht hatte, nämlich einen Saisonabschluss, an dem sie sich richtig erfreuen können, um gestärkt in ihre 50. Saison zu gehen. Foto: jan

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an