Kreis Lippe (la/lig). Erstmals nach 30 Jahren fließt das Wasser der Emmer jetzt am Stausee vorbei direkt ins dahinter gelegene Bachbett – nämlich durch die neu gebaute Umflut. Jüngst gab Landrat Friedel Heuwinkel hierzu den Startschuss, indem er einen Teil der Spundwand für den Durchfluss freigab. Endgültig abgeschlossen soll die Umflut in einigen Wochen sein.
"Drei Jahre lang haben die Bauarbeiten gedauert. Dass wir nun kurz vor der Vollendung stehen, ist für alle Beteiligten etwas Besonderes", betonte Heuwinkel. Bisher war die zukünftige Umflut komplett von der Emmer abgeriegelt, um die nötigen Bauarbeiten im Trockenen ausführen zu können. Nachdem nun die Gestaltung des neuen Flussbettes abgeschlossen ist, kann das Wasser durch die Baustelle fließen. Damit bei den nun noch anstehenden Arbeiten der See jedoch nicht komplett leer läuft, muss der letzte Bauabschnitt phasenweise durchgeführt werden. Dazu wird die sogenannte Querspundwand, die bisher die Emmer von der Umflut trennt, um 1.50 Meter nach unten gedrückt. Ein Teil der Emmer kann so über die Spundwand in die Umflut fließen. Gleichzeitig wird es möglich, auf Höhe der Seeterrassen den Bau des Damms zu vollenden, der zukünftig den Schiedersee von der Emmer abtrennen wird. Hierzu wird von der Baustraße, die in den vergangenen Tagen im See aufgeschüttet wurde, die Stahlspundwand als Dichtungselement in den Boden gedrückt und anschließend mit einer Steinschüttung angefüllt. "Diese Arbeiten werden noch ungefähr drei Wochen in Anspruch nehmen, erst dann ist der Bau der Umflut endgültig abgeschlossen", sagen die der Geschäftsführer des Erholungszentrum Schieder, August Tölle und Berthold Lockstedt vom Fachbereich Umwelt und Energie des Kreises Lippe. Am 10. Juni wird die Umflut offiziell durch Johannes Remmel, Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW, und Landrat Friedel Heuwinkel eröffnet. Herzu werden auch die Bürger eingeladen.
