1. Musical macht die Zeit bewusst

    Chorprojekt findet mit zwei Aufführungen einen krönenden Abschluss

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    KOLENFELD (tau). Habezeit, so heißt ein Ort, vielleicht irgendwo in Norddeutschland. Dort leben illustre Menschen wie du und ich, die Zeit sparen wollen, um noch mehr in ihren Terminkalendern unterbringen zu können. Im Musical "Habezeit" zeigten die Darsteller auf sympathische und humorvolle Weise, wie das Leben aussieht, wenn keiner mehr eine Minute übrig hat.

    Die Leute, die in der gemütlichen Zeit dem Pastor ihr Leid klagen konnten, hatten später keine Zeit mehr, sich seine Antwort anzuhören. Die Reporterin interessierte sich nicht mehr wirklich für ihre Interviewpartner. Aus der Kneipe wurde ein Schnellrestaurant, und die Kinder beklagten sich, dass keiner mehr für sie Zeit hat. Irgendwann fragte die Gärtnerin: "Macht Euch das glücklich?" Die Kinder und Jugendlichen in Habezeit entfernten daraufhin von der Uhr die Zeiger und da keiner mehr wusste, wie spät es war, zog wieder Gemütlichkeit ein. Als Highlight stellten Turnerinnen zu dem Lied "Weg da" die Hektik da, aber auch zu Motiven aus Beethovens Sonaten wachsende Pflanzen. Denn wie sagt die Gärtnerin: "Zeit hat man, wenn man den Blumen beim Wachsen zusehen kann." Mit 80 Zuschauern in Kolenfeld und rund 400 Zuschauern im Stadttheater fand die Musicalzeit der Kirchengemeinde Großenheidorn einen wundervollen Abschluss. Das Publikum war jeweils völlig begeistert und spendete viel Applaus. Die beiden Chöre (Kinder- und Jugendkantorei und St. Thomas-Chor) äußerten vor knapp einem Jahr den Wunsch, ein Musical auf die Beine zu stellen. Zu diesem Zeitpunkt ahnte aber noch keiner, welche Anforderungen das mit sich bringen, aber auch welche Begeisterung das auslösen würde, so der Leiter der beiden Chöre Matthias Schwieger. "Mit Patricia Harlos haben wir aber eine Regisseurin gewonnen, die gemeinsam mit uns das Musical entwickelte und uns eine herrliche Spielfreude vermittelte", so Schwieger weiter. Viele der Sängerinnen und Sänger standen das erste Mal auf einer Bühne und mussten zunächst ihre Nervosität überwinden. Doch überraschende Einfälle durchzogen das Programm: der Krückstocktanz des Opas bei "Ich wär‘ so gern so blöd wie Du", das Outfit der Punkerin oder auch die Rolle des Kanarienvogels. Das kam beim Publikum genauso gut an, wie die bunten Bühnenbilder, die die Chöre zusammen mit Patricia Harlos gestalteten. Foto: tau

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