1. Meerkunstraum präsentiert Dietrich

    180 Gäste besuchen die Vernissage "Licht.Labor" auf der Insel Wilhelm

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    STEINHUDE (gi). Auf der Hinfahrt zur Insel Wilhelmstein pustete es noch heftig, doch dann verschwand der Wind und mit ihm auch die Wolkendecke. Also beste Vorrausetzungen für die Vernissage zur "Kunst im Glashaus" der Künstlerin Susann Dietrich mit dem Titel "Licht.Labor". In freier Rede begrüßte die Vorsitzende des veranstaltenden Vereins Meerkunstraum aus Steinhude, Katja Volkhardt 180 Gäste, die sich vor der Festung versammelten. Eine Einführung ebenfalls in freier Rede gab Kunsthistoriker, Autor, Kurator und ehemalige Direktor des Sprengel Museum Hannover, Dr. Ulrich Krempel. Wie kam es zum Kontakt zwischen Meerkunstraum und Susann Dietrich? "Wir haben im Rahmen einer Ausschreibung auch ein Konzept von Susann Dietrich erhalten", sagte Katja Volkhardt. Das sei am stimmigsten und interessantesten gewesen und vor allem auch ein Projekt für Kinder. Nach fünf Künstlern im letzten Jahr wollte der Verein wieder einem Künstler die Möglichkeit zur Präsentation in den fünf Glashäusern geben. Gern nahm Dietrich dieses besondere Angebot mit der Kunst auf der Insel an. Sie gab den Glashäusern jeweils fotografische Begriffe: Rauschen, Ausschnitt, Lichtvakuum, Knick und Lichtlabor. "Es ist keine statische Ausstellung sondern eine Prozessarbeit", sagte Dietrich. Sie wurde 1984 in Weißenfels geboren, lebt und arbeitet in Halberstadt, Braunschweig und Hannover. Dietrich begann 2004 bei Professor Michael Ruetz und Professor Gosbert Adler in Braunschweig ein Studium im Bereich Kommunikationsdesign. Es folgte ein Meisterschülerabschluss im vergangenen Jahr bei Professor Wolfgang Ellenrieder ebenfalls in Braunschweig. Einen Namen machte sich Dietrich bereits in Deutschland und im Ausland mit diversen Ausstellungen. Warum die Ausstellung auf der Insel Wilhelmstein unbedingt besucht werden sollte? Die Künstlerin lotet in ihrer Arbeit die Begriffe Licht und Raum aus. Seit langer Zeit beschäftigt sie sich mit der Magie der Fotografie, dem Positiv und Negativ, dem Kontrast zwischen Schwarz und Weiß, dem Sichtbaren und Unsichtbaren. Mit der Ausstellung "Licht.Labor" konstruiert Dietrich eine Situation, in der Raumwahrnehmung, Perspektive und Standpunkt zum Forschungsobjekt werden. In diesem Labor führt der Wechsel des Standpunktes, der Perspektive, der Wechsel der Hierarchien der Objekte untereinander zur Auflösung des Einzelwerkes. Susann Dietrichs Arbeitsweise ist eine unablässige Prozessarbeit, bei der sie die fünf Glashäuser über den gesamten Ausstellungszeitraum in ein Kunstobjekt überführt, das durch Konzentration und Auflösung zur Sichtbarmachung der Immaterialität des Lichtes dient. Zur Vernissage konnten die Besucher bereits einen Einblick in die Praxis bekommen. Dietrich verkaufte kleine Lochkameras mit Fotopapier. Eine umfassende Anleitung führte den Fotografen dann dahin, ein Bild seiner Wahl zu machen. Es musste mit einer kleinen Nadel in eine vorbereitete Vertiefung ein Loch gestochen und die Lochkamera einige Zeit vor ein Motiv gestellt werden. Das war schon alles, ab mit der Lochkamera in den Briefkasten. Das Bild wird dann von der Künstlerin zugeschickt. Finissage ist Sonntag, 18. Oktober, 14 Uhr. Foto: gi

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an