Detmold (gh). Vom 9. bis zum 29. Mai nimmt Detmold am "Stadt-radeln" teil, einer bundeweiten Aktion des Klimabündnisses und des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club). Jede Kommune kann sich am Stadtradeln beteiligen mit dem Ziel, viele "Fahrradkilometer" zu sammeln. Der Start war am Samstag an der Ameide. Zum Auftakt gab es zusätzlich einige Infostände mit Wissenswertem rund ums Rad.
"Rund 400 Teilnehmer haben sich bereits angemeldet, es werden bestimmt noch sehr viel mehr hinzukommen", ist Heike Scharping von der Stadtverwaltung sicher und fügte hinzu: "Wir sind positiv überrascht, dass sich bereits sehr viele Firmen angemeldet haben." Der ADFC zeigte die Fahrrad-Codierung. Hier waren Leo Lüke, Frank Loke und Timo Wehmeier bei der Arbeit. Unter über 20 "Kunden" war Heike Atrops mit ihrem Pedelec gekommen, um erst die Codierung vornehmen zu lassen und dann die ADFC-Radtour mitzufahren. "Ich fahre täglich 10 Kilometer zur Arbeit, da kommt für diese Aktion gut was zusammen", freute sich Heike Atrops. "Bei der Codierung werden zuerst Codezahlen per Hand in einen Nummernblock gesetzt. Sie setzen sich zusammen aus dem Autokennzeichen und Gemeindecode des Ortes, in dem der Eigentümer wohnt, einer fünfstelligen Zahl für die Straße, drei Ziffern für die Hausnummer, sowie den Initialen des Eigentümers und der zweistelligen Jahreszahl. Eine Graviermaschine fräst diesen Code auf den Rahmen des Fahrrades. Das soll Dieben den Diebstahl erschweren, aber auch für ein schnelles Auffinden gestohlener Räder sorgen. Die Zahl der Diebstähle konnte somit drastisch gesenkt werden", erklärten Leo Lüke und Frank Loke. Am Stand der Stadt gab es Informationen zur Stadtradeln-Aktion, außerdem konnte man sich direkt für die Teilnahme anmelden. Bei dieser Kampagne geht es um Spaß am Fahrradfahren, das soll zur Benutzung des Fahrrades im Alltag motivieren. Ziel ist es für Detmold, drei Wochen lang möglichst viele in der Stadt wohnende, lernende, studierende oder arbeitende Menschen für das "Umsteigen auf das Fahrrad im Alltag" zu gewinnen und dadurch einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Gesundheit zu leisten. Einige Mitglieder des Stadtrats radeln im Mai in Teams mit Bürgern gemeinsam und sammeln innerhalb der 21 Tage möglichst viele Fahrradkilometer – beruflich und auch privat. Sogar die Urlaubsradtour zählt mit. Schulklassen, Vereine, Organisationen, Unternehmen, jeder kann teilnehmen, es können auch eigene Teams gebildet werden. Die zurückgelegten Kilometer werden im "Online-Radelkalender" unter "www.stadtradeln.de" einbebucht oder man führt einen Erfassungsbogen. Die Ergebnisse der Teams sowie der Kommune sind im Internet einsehbar. Auf diese Weise werden Themen wir Fahrradnutzung und Radverkehrsplanung verstärkt in die kommunalen Parlamente eingebracht. Kommunalpolitiker "erfahren", was es bedeutet, in der eigenen Stadt mit dem Rad unterwegs zu sein und wo dringend mehr Radwege benötigt werden, oder ausgebaut werden sollten. In Detmold wurde die bundesweite Aktion vom ADFC Lippe und der Lippischen Landeskirche gemeinsam mit der Stadt und weiteren Unterstützern geplant. "Unter allen Teilnehmern werden rund 200 Preise wie Fahrradzubehör und Eintrittskarten verlost; der Hauptpreis ist ein tolles Fahrrad und es gibt viele Trostpreise", so Heike Scharping. Der ADFC bietet in den drei Wochen der Aktion Radtouren in verschiedenen Schwierigkeitsklassen an. Die Lippische Landeskirche beteiligt sich mit einem Radfahrergottesdienst mit anschließender Radtour nach Heiden am morgigen Sonntag. Los geht es um 11.15 Uhr in der Erlöserkirche am Markt. Am Samstag startete an der Ameide die "Eröffnungs-Radtour" mit über 50 Teilnehmern. So wurden bereits die ersten 1.500 Kilometer auf dem Stadtradeln-Konto von Detmold. "Die Tour geht über 34 Kilometer als Rundtour mit ADFC-Führung, durch Rapsfelder und Dörfer, an der Lagenser Seenplatte entlang", schwärmte Renate Hoffmann (stellvertretende Vorsitzende ADFC Lippe). "Der Nebeneffekt ist neben der Gewöhnung an das tägliche Radfahren auch eine Imageförderung der Fahrradnutzung, denn Detmold hat einen weit unterdurchschnittlichen Radverkehrsanteil am Gesamtstraßenverkehr", erklärte Hoffmann und Heike Scharping fügte hinzu: "Mehr als Dreiviertel der Deutschen besitzen ein Fahrrad, aber nur wenige nutzen es regelmäßig. Laut Umweltbundesamt werden gerade einmal zehn Prozent aller Wege mit diesem Gefährt zurückgelegt. Das hat negative Auswirkungen auf das Klima und Detmold möchte somit zum Klimaschutz beitragen." Anmeldungen noch möglich Wer teilnehmen möchte, kann sich noch registrieren. Die Anmeldung ist noch bis zum Ende der Veranstaltung möglich auf "www.stadtradeln.de/detmold2015", per E-Mail an "stadtradeln@detmold.de", oder unter der Rufnummer (05231) 977-642.
