MÜNCHEHAGEN (jan). Nicht gegen Windenergie und Ökostrom, wohl aber dagegen, riesige Strommasten ungefragt vor die Haustür gesetzt zu bekommen – mit diesem Ansatz wird eine Bürgerinitiative in Münchehagen gegründet. SuedLink - die geplante Höchstspannungstrasse vom hohen Norden bis nach Bayern - ist das Reizthema, das Jutta Rode, Valerie Grill und Derek Meister umtreibt. Zwei der derzeit diskutierten Trassenführungen ziehen sich durch Rehburg-Loccum und das wollten die drei Münchehäger nicht einfach so hinnehmen. Aus diesem Grund sind sie dabei, eine Bürgerinitiative zu gründen.
"Viele Menschen stellen sich immer noch vor, dass einfach eine neue Leitung gezogen wird, die dem ähnelt, was sich ohnehin schon durch die Stadt zieht", sagt Derek Meister. Dass sich das jedoch in der Realität etwas anders darstellt, hat seine Frau Marion Meister mit einer Grafik veranschaulicht. Vier Messlatten hat sie dort angelegt: auf acht Meter für eine durchschnittliche Haushöhe, auf 35 Meter für die Strommasten, die bereits die Landschaft durchschneiden, auf 55 Meter für die Höhe des Dachreiters auf der Loccumer Klosterkirche – und auf 75 Meter für die geplante Höchstspannungsleitung. Doppelt so hoch wie das, was vorhanden ist und dann mit drei Masten nebeneinander – das ist das Szenario, das Derek Meister beim ersten Treffen der Bürgerinitiative darstellt. Zwischen Loccum und Münchehagen könne eine solche Trasse verlaufen, berichtet er, mit 400 Meter Abstand voneinander würden die drei Masten gesetzt – sein Tacho zeige ihm auf der Strecke zwischen den beiden Dörfern 1,3 Kilometer Länge an, so dass der gesamte Verlauf davon betroffen wäre. Die Bevölkerung für dieses Thema sensibilisieren, beschreiben die drei Gründer als ihr Ziel. Dafür haben sie bereits Plakate gedruckt, die nun in Geschäften im Stadtgebiet ausgehängt werden sollen. Flyer sind in Vorbereitung und auch eine Website läuft bereits. Erste Inhalte haben sie schon auf www.suedlink.wordpress.com gestellt. Eine Unterschriftenaktion ist ebenfalls in Vorbereitung und wer sich beteiligen will, ist eingeladen, sich über die Website oder über die E-Mail suedlink-rehburg-loccum@gmx.de zu melden. Dass Interesse in der Bevölkerung vorhanden ist, hat ihnen bereits der erste Aufruf unter Freunden, Nachbarn und Bekannten bewiesen: um Flagge zu zeigen gegen Planungen, die über die Köpfe der Betroffenen hinweg gemacht werden, kamen viele zusammen. Foto: jan
