1. Fünf große Stimmen im
Einklang mit dem Raum

    Internationale A-cappella-Woche in Loccum zu Gast

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    LOCCUM (jan). Hannovers Internationale A-cappella-Woche ist auch in Loccum gelandet. Im dortigen Kloster hat das Vokalensemble Amarcord ein Konzert in der Klosterkirche gestaltet.

    Rechts und links – durch jedes der beiden Seitenschiffe schreitet eine Stimme. Tatsächlich scheinen die Stimmen voran zu schreiten, sich auf den Chorraum zu zu bewegen. Von den Männern, zu denen sie gehören, können die Lauschenden im Mittelschiff nur jeweils einen kurzen Blick erhaschen, wenn diese zwischen den mächtigen Pfeilern, die das Gewölbe tragen, kurz auftauchen. So spielt Amarcord eingangs mit der immer als schwierig bezeichneten Akustik der Loccumer Klosterkirche. Elf Sekunden Nachhall sind schließlich keine Kleinigkeit. Vielleicht geht es aber doch immer darum, dass Kirche und Musiker sich achten, aufeinander eingehen – und so im Einklang miteinander zu vollkommenen Klängen kommen. Die fünf Stimmen dieses Ensembles haben sich jedenfalls perfekt auf den Raum eingelassen. Zu Beginn ebenso wie auch bei dem restlichen Konzert, bei dem sie sich auf ihren Platz vor dem Chorraum beschränkten. Wo sonst, wenn nicht in einer Kirche sollten aber auch ehemalige Thomaner-Schüler ihre Kunst besonders gut zur Geltung bringen? Aus dem Schatzkästchen – dem Notenschrank – des Thomanerchores haben sich die fünf Sänger dann auch für das Programm des Abends bedient. Weit zurück bis ins Mittelalter reicht dessen Inhalt und vom Mittelalter bis zu Heinrich Schütz reichte auch das, was die Männer mit ihren Stimmen lebendig werden ließen. Dinge hätten sie dort ausgegraben, sagte Roger Cericius vom Organisationsteam der A-cappella-Woche zu Beginn, die vielleicht ein wenig in Vergessenheit geraten seien. "Fragen Sie sich nicht, ob Sie diese Musik kennen. Lassen Sie sich einfach von ihr leiten", empfahl er dem Publikum. Dass manches aus dem Repertoire des bereits 1212 gegründeten Leipziger Knabenchores unbekannt ist, verwundert bei einer derart langen Tradition kaum. Dem Knabenalter sind die Sänger von Amarcord indes schon einige Zeit entwachsen. Was für sie darauf folgte, war die Gründung ihres Ensembles im Jahr 1992. Mittlerweile gelten sie als eines der besten Vokal-Ensembles weltweit und haben das auch weltweit zu Gehör gebracht. Eine Besucherin erinnerte sich etwa noch lebhaft an einen Auftritt von Amarcord, den sie vor mehr als zehn Jahren in Sydney erlebte. Das Programm von dem Konzert seinerzeit hatte sie an dem Abend in Loccum dabei. Zum dritten Mal sei die Internationale A-cappella-Woche Hannover nun schon zu Gast im Kloster Loccum, sagte Cericius. Und sie hofften darauf, auch ein viertes Mal kommen zu dürfen. Nach diesem Abend wird das Team wohl davon ausgehen können, mit Kusshand wieder empfangen zu werden. Foto: jan

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