Lemgo-Brake (nr). Es scheinen Ausschnitte aus Begegnungen mit Menschen, Geschichten und Gedanken zu sein, die Erika Stumpf in ihren Arbeiten betrachtet. "Drei.ge.teilt" sind die Arbeiten der Künstlerin zu sehen; von "großen und kleinen Dingen", "anonymen Wohnen" und "Kopfgeschichten" handeln sie, bekennen Farbe und klare Strukturen, polarisieren und verlangen nach Zustimmung oder Widerspruch. Noch bis zum 29. Juni können die Arbeiten aus drei Werkphasen der Künstlerin im Schloss Brake gesehen werden. Es sind unzählige Eindrücke, die durch verschiedene, ausgefeilte Techniken auf die Bildträger gelangen; Theater, Literatur oder Reisen sind immer wiederkehrende Inspirationen, die Erika Stumpf in ihr Atelier drängen, um erst skizzenhaft, dann intensiv und sehr genau durchdacht im Ausdruck künstlerischen Schaffens ein Bild entstehen zu lassen. "Ich lebe oft viele Jahre mit Fragmenten", sagt die Künstlerin über ihre Arbeiten. "Irgendwann bearbeite ich sie weiter, bis sie bildfähig sind." In Mischtechnik entstandene Collagen betrachten "kleine und große Dinge", die aufeinander treffen. Kleines bekommt Raum, wird eins mit dem Großen. "Das kann zum Beispiel ein kleiner Sonnenstrahl im Kaffee sein", erklärt Vera Scheef, Kunsthistorikerin der Kulturagentur des Landesverbandes Lippe. Anders die "Kopfgeschichten"; Bildobjekte die durch eine Staffelung Tiefe vermitteln und dem Betrachter Geschichten zu erzählen scheinen. Erika Stumpf betrachtet eines dieser Werke und zeigt auf eine Reihe von Gesichtern am unteren Bildrand: "Souffleusen sind so faszinierend", stellt sie fest. "Sie kennen meist den ganzen Text auswendig und vermögen so leise zu sprechen, dass allein die Schauspieler ihre Worte vernehmen können. Es sind solche Dinge, die mich beschäftigen und zu solchen Arbeiten bewegen." So auch das große Thema "anonymes Wohnen", dem Erika Stumpf mit ineinander verwobenen, verschachtelten Häusern und Dächern begegnet. So bestimmend sind diese urbanen Strukturen, dass die Lebenswelt des Menschen, das Dasein eine untergeordnete Rolle zugewiesen bekommt. "Da ist auch die Vorliebe der Künstlerin zur Architektur, die sich dort spiegelt", so Vera Scheef. "Erika Stumpf schlüpft hier gleichwohl auch in die Rolle eines Architekten." Seit fast 40 Jahren lebt und arbeitet Erika Stumpf in ihrer Wahlheimat Schieder-Schwalenberg. Die renommierte Künstlerin ist auch über Lippe hinaus bekannt, hat an der bekannten Folkwangschule in Essen Textildesign, Malerei und Grafik studiert und erhielt große Impulse von Maler und Grafiker Thomas Grochoviak. Die Kulturagentur des Landesverbandes Lippe hat die Ausstellung gemeinsam mit der Künstlerin konzipiert und bereits zu Ausstellungsbeginn ließ sich ein kunstinteressiertes Publikum von den Arbeiten der Künstlerin überzeugen. "Die Arbeiten von Erika Stumpf haben eine wohltuende Klarheit", betont Verbandsvorsteherin Anke Peithmann. "Die kreative Kompetenz, motivisch und technisch sehr ausgefeilt und viel Herzblut werden uns hier beflügeln." Die Ausstellung "Drei.ge.teilt" im 1. Obergeschoss von Schloss Brake, ist noch bis zum 29. Juni zu sehen. Erika Stumpf steht zudem am 21. Mai und am 11. Juni jeweils in der Zeit von 14 bis 16 Uhr für ein Künstlergespräch zur Verfügung.
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Aus Fragmenten entsteht ein Bild
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