Bad Salzuflen (dib). Mit einem Druck auf den berühmten "Roten Knopf" haben Ute Schäfer, Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, und Bürgermeister Dr. Wolfgang Honsdorf am vergangenen Sonnabend unter großartiger Beteiligung der Bürger den neuen Springbrunnen am Schliepsteiner Tor in Betrieb genommen und die neu gestaltete Fußgängerzone offiziell ihrer Bestimmung übergeben.
Einen besseren Termin hätten sie dafür nicht wählen können - denn am 9. Mai wurde bundesweit zum ersten Mal der Tag der Städtebauförderung begangen. Und dieses ehrgeizige Projekt wurde mit 1,76 Millionen Euro gefördert, das sind etwa 80 Prozent der bisherigen Bausumme von 2,2 Millionen Euro. "Schon während der gesamten Bauphase haben unsere Bürger die Bauarbeiten angenommen und zur Erlebnisbaustelle gemacht", sagte Dr. Honsdorf. "Wir sind für die Bürger unserer Stadt an den Start gegangen, um ihnen eine gute Aufenthaltsqualität zu ermöglichen. Dafür hatten die Geschäftsleute, Gastronomen und Einzelhändler in der Fußgängerzone während des Umbaus die meiste Last zu tragen." Der Bürgermeister versprach, dass auch die beliebte englische rote Telefonzelle, die einst am Schliepsteiner Tor stand, wieder aufgestellt wird. "Sie kommt wieder, sie muß nur noch frisch gerötet werden", sagte er. Für den Bürgermeister fehlt außerdem noch ein Stück Infrastruktur in der Stadt - freies W-LAN in der Langen Straße. Auch das soll kommen, "trotzdem kann man schon jetzt sehr gut durch die Fußgängerzone surfen.""Wir haben etwas Tolles geschaffen", findet auch der erste Beigeordnete der Stadt Rolf Oberweis, der noch einmal auf das Baugeschehen der vergangenen zwei Jahre einging. Der erste Bauabschnitt, der im August 2013 begonnen hatte, ist abgeschlossen. Die Stadtwerke haben die gesamte Infrastruktur unter der Erde komplett erneuert und 7.000 Meter Stromleitungen, sowie je 1.000 Meter Gas-, Wasser- und Fernwärmeleitungen verlegt und dabei rund 6.000 Kubikmeter Erdreich bewegt. Und das trotz Öffnungszeiten der Geschäfte in der Fußgängerzone. Dafür haben die Stadtwerke rund 2 Millionen Euro für die Zukunft investiert. Die Bauarbeiter haben 2.400 Tonnen Pflaster - 140.000 Steine - von Hand verlegt. Neben dem neuen Brunnen am Schliepsteiner Tor schmücken jetzt drei attraktive Brunnen die Fußgängerzone, die so Oberweis, "zum aktiven Nasserleben, besonders für die Kinder, einladen. Bringt schon mal euer Handtuch mit", sagte er. Stattliche Bäume lockern die Steinfassaden auf und warmes LED-Licht beleuchtet die Fußgängerzone bei Nacht. Von den Bürgern der Stadt sind für die Neugestaltung über 40.000 Euro gespendet worden. Bindeglied zwischen allen am Umbau Beteiligten ist Heike Preß. Mit den Worten "Sie ist die Seele dieser Baumaßnahme, die fast immer erreichbar war, sie ist die durchgehende Kümmerin und Ansprechpartnerin für alle", überreichte Oberweis ihr als Dank einen großen Blumenstrauß. Auch der Bauabschnitt Parkstraße, mit dem erst im Februar dieses Jahres begonnen wurde, ist fertiggestellt. 1.300 Quadratmeter Pflaster wurde hier verlegt. Demnächst wird der Bereich der Steege vor der Post seiner Bestimmung übergeben. Weitere Baumaßnahmen in der Bleichstraße, auf dem Salzhof und auf dem Markt, sowie in der Ritter- und Osterstraße folgen bis 2017 mit einem weiteren Kostenaufwand von 2,2 Millionen Euro. Dann wird sich die Aufenthaltsqualität in der Kurstadt noch weiter verbessern. Die Brunneneinweihung ließen sich weit mehr als 500 Schaulustige nicht entgehen. Und kaum plätscherte das Wasser aus den zehn Düsen, da waren auch schon die ersten Kinder auf dem Brunnen. Für kurzweilige Unterhaltung sorgten "Comedy-Bau-Vor- und Nacharbeiter Heinz" und sein Azubi Achim mit kleinen Sketchen. Der Höhepunkt der Veranstaltung war dann am Abend die große Musikshow mit "Major Healey", die den begeistert mitgehenden Gästen gehörig was auf die Ohren gaben. Und zu den Ehrengästen des Vormittags gehörte neben Ministerin Ute Schäfer auch eine 27-köpfige Delegation aus der Partnerstadt Bridlington, die gegenwärtig zu Gast in Bad Salzuflen weilt.
