GROSSENHEIDORN (gi). Zu einer "kleinen gemütlichen" Mitgliederversammlung begrüßte der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes, Martin Pavel, neben 20 Mitgliedern im Gasthaus Küker als Gast den stellvertretenden Geschäftsführer Maik Renneberg von der Abfallentsorgungsgesellschaft Aha. Er stellte das Unternehmen mit seinen 1800 Mitarbeitern, rund 900 Fahrzeugen und 21 Wertstoffhöfen vor.
"Die Einrichtung der kostenlosen Wertstoffhöfe ist bundesweit unschlagbar", so Renneberg. Er stellte auch die Umstellung der Deponie Kolenfeld ab 2017 vor. Die gemeinsame Abfuhr von Restabfallbehältern und Säcken erfolge zweiwöchentlich, die Bioabfuhr separat wöchentlich. Die Behälteraufstellung und Information der Kunden erfolge mit dem Planer "Restabfall-Abfuhr" an alle Haushalte im Oktober/November 2016. Die Behälter (rund 30000) werden Anfang November bis Mitte Dezember 2016 verteilt. Die Frage kam in der Versammlung auf, was mit dem Sack passiere. "Es wird auch in Zukunft Sack oder Tonne abgeholt", sagte Renneberg. Aha stelle sicher, dass beide Systeme nebeneinander passten. Allerdings könne er nicht genau sagen, inwieweit beides nebenher bestehen werde. Das hänge auch von der Inanspruchnahme ab. Im Entsorgungsgebiet sei zu 85 Prozent die Tonne im Gebrauch, das liege an der Stadt Hannover mit einem 100-prozentigen Tonnenanteil. Wer sich von der Sackabfuhr zur Tonne entschieden habe, kann nicht wieder zurück. Die Satzung des Verbandes sehe das nicht vor. Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt berichtete in seinen Grußworten von seiner Israel-Reise. Es sei ein positives aber auch schwieriges Land. Zur Flüchtlingssituation in Wunstorf sagte der Bürgermeister, dass fast 500 Menschen untergebracht seien. Es werde mit noch mehr Flüchtlingen gerechnet, Klarheit wie viele es sein werden, bestehe aber noch nicht. Vorsichtshalber sind Container für die Rudolf-Harbig-Straße bestellt. Containerstandorte seien auch Großenheidorn und Kolenfeld. Es werde vorher aber eine Bürgerversammlung geben, um eine gewisse Transparenz herzustellen. Derzeit sei die Stimmung in der Bevölkerung gegenüber den Flüchtlingen gut. Es werden mehr Sozialarbeiter gebraucht, nach Auffassung von Eberhardt sollten die Menschen länger bleiben und integriert werden. An die Adresse von Aha gewandt appellierte Eberhardt, die Finger vom Grünschnittt zu lassen. Wenn es kostenpflichtig werde, dann werde der Bauhof das Grün in der Stadt einsammeln müssen. "Wir brauchen eine Abfallpolitik mit einem gesunden Menschenverstand", so der Bürgermeister. Die Abfallentsorgungsgesellschaft könne selbst nicht viel tun, es sei die Regionspolitik, die für viele Entscheidungen zuständig sei. Die Qualität dürfe nicht schlechter und die Preise nicht erhöht werden, sonst wenden sich immer mehr Bürger ab. Eberhardt ging auch auf das Mindestvolumen ein. Es seien zu viele Säcke, die an die Haushalte verteilt werden. Mitunter führe das dazu, dass die Bürger nicht den teuren Biosack kaufen, sondern den Bioabfall in den schwarzen Restmüllsack entsorgen. Wie im Landkreis Schaumburg sollte darüber nachgedacht werden, das Mindestvolumen auf sieben Liter zu reduzieren. Der Referent warnte davor, dieses ganz abzuschaffen, er bleibe bei zehn Liter Mindestvolumen. Der Landtagsabgeordnete Sebastian Lechner berichtete ebenfalls über die Flüchtlingspolitik. Die Landesregierung lasse die Kommunen bei der finanziellen Unterstützung im Stich. Lechner sprach auch das Thema Wolfsansiedlung an, das ein Beispiel dafür biete, wie Politikversagen funktioniere. Es bedarf klarer Regeln, der Wolf wird wohl auch eines Tages in der Region anzutreffen sein, er mag Birken und Moore. Foto: gi
