Kreis Lippe. In Lippe waren nach Erhebungen des Landeszentrums Gesundheit NRW 95,5 Prozent der 2013 eingeschulten Kinder mindestens zweimal gegen Masern geimpft und damit ausreichend geschützt. Das entspricht einer Zunahme um 31,2 Prozentpunkte von 2004 bis 2013. Die landesweite Quote liegt bei 94,6 Prozent. "Das gute Ergebnis zeigt, dass die Aufklärungskampagnen in NRW erfolgreich waren. Vor diesem Hintergrund scheint uns ein Impfzwang, wie ihn viele Politiker fordern, nicht notwendig", sagt Günter van Aalst, Leiter der Techniker Krankenkasse in NRW.
Eltern müssten aber noch stärker darüber aufgeklärt werden, wie wichtig die zweite Impfung für die besonders gefährdeten Kleinkinder ist, betont van Aalst. "In der Altersgruppe der unter Zweijährigen verfügen landesweit nur gut 40 Prozent über die Zweifachimmunisierung, wie sie die Ständige Impfkommission empfiehlt. Bei etwa 3 bis 5 Prozent der Kinder schlägt die erste nicht an, sie sind damit nicht vor Masern geschützt. In diesen Fällen dient die Nachimpfung zur Auffrischung, sie sorgt überhaupt erst für eine Immunisierung gegen Masern", so van Aalst.
Besuchen Kinder ohne ausreichenden Schutz beispielsweise eine Kindertagesstätte, kann das bei einem lokalen Masernausbruch fatale Folgen haben, wie die jüngsten Ereignisse in Berlin zeigen. "Um das WHO-Ziel von 95 Prozent bei der Zweitimpfung zu erreichen, müssen Ärzte, Krankenkassen und die öffentlichen Gesundheitsdienste verstärkt darüber informieren, wie wichtig ein umfassender Impfschutz ist - nicht nur für die eigenen, sondern auch für andere Kinder und Erwachsene", sagt van Aalst. "Nur wenn ausreichend viele gegen Masern geimpft sind, kann die Infektionskette unterbrochen und die Krankheit besiegt werden."
Die Impfungen können direkt über die Versichertenkarte abgerechnet werden. Weitere Informationen zum Thema gibt es im Internet unter dem Stichwort "Impfen" bei verschiedenen Gesundheitskassen.