1. Beitrag für ein friedliches Europa

    Leopoldshöhe, St. Gaultier und Schweina feiern "Silberhochzeit"

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    Leopoldshöhe (kd). Vor 25 Jahren begründete die Gemeinde Leopoldshöhe eine Partnerschaft mit der St. Gaultier in Frankreich und mit Schweina in Thüringen. Diese "Silberhochzeit", so Bürgermeister Gerhard Schemmel, wurde in der Festhalle Asemissen mit einem Festakt gefeiert. Eingeladen war auch eine Abordnung aus der dritten Partnergemeinde, Myslakowice in Polen. Damit verbunden war ein dreitägiges Besuchsprogramm.

    Die Kontakte zu St. Gaultier bestehen schon seit 30 Jahren, wie Schemmel berichtete. 1985 begann die Partnerschaft zwischen der Felix-Fechenbach-Gesamtschule und dem College Jean Moulin in St. Gaultier. Der Ort liegt 300 Kilometer südwestlich von Paris im Tal der Creuse. In der Nähe befindet sich das Naturschutzgebiet der Brenne, das mit vielen kleinen Seen zu einer der schönsten Landschaften Frankreichs zählt. Es waren jedoch keine touristischen Gründe, die zur offiziellen Partnerschaft führten. "Sie fußt auf gemeinsamen Überzeugungen und Orientierungen", erklärte Schemmel. 1990 reiste der damalige Bürgermeister Rudi Strunk die rund tausend Kilometer nach St. Gaultier, um den Vertrag zu unterzeichnen. "Wir können stolz sein, dass aus einer flüchtigen Bekanntschaft eine tiefe Freundschaft entstanden ist", sagte Schemmel. In all den Jahren gab es zahllose Begegnungen, und es wurden schon viele Feste gemeinsam gefeiert.

    Genauso intensive Beziehungen bestehen zur Gemeinde Schweina liegt am westlichen Rand des Thüringer Waldes. Erst die deutsch-deutsche Wiedervereinigung habe dies ermöglicht, sagte Schemmel. Die Beziehungen zu Myslakowice wurden vor 16 Jahren offiziell besiegelt. Die jährlichen gemeinsamen Jugendcamps seien geradezu ein Symbol für das herzliche Miteinander. Die Partnerschaften hätten sich "von der Besonderheit zur Normalität, zu einem festen Bestandteil unseres Lebens" entwickelt, betonte der Bürgermeister. Angesichts der Euro-Krise und des aufkeimenden Nationalismus seien die Partnerschaften über Grenzen hinweg notwendiger denn je. Sie seien ein Beitrag für ein friedliches Europa.

    Als einen Feiertag bezeichnete Ginett Millet, Ratsfrau in St. Gaultier, das Jubiläum. Sie betonte den Wert der Partnerschaft für die zukünftigen Generationen. Daher müsse auch der Austausch zwischen den Schulen fortgesetzt werden. Die weiteren Vertreter, Hervé Jeunesse und Guy Plantureux, erinnerten an die zahlreichen persönlichen Freundschaften, die entstanden seien. Dies sei ein Mittel gegen die Tendenz, dass sich die Menschen auf sich selbst zurückziehen. Frank Weise, Bürgermeister von Schweina, bestätigte, dass die zahlreichen persönlichen Beziehungen weit über die offziellen Kontakte hinausgehen. Er dankte Leopoldshöhe für die vielen praktischen Hilfen, zum Beispiel für die Ausstattung mit Feuerwehrgräten.

    Die Partnerschaften seien "Bauelement eines gemeinsamen und vereinten Europas", formulierte Michal Ormann, Bürgermeister von Myslakowice. "Heute schreiben wir eine neue Geschichte, die auf guten polnisch-deutsch-französischen Beziehungen beruht und Achtung und Vertrauen aufbaut." Ein bunter Abend mit der "Californian Dance Band" und Auftritten der Tanzgruppen rundete das Programm ab.

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