Augustdorf/Oerlinghausen (nok). Das Netz im lippischen Rettungsdienst ist um eine Masche reicher. Ab dem 1. Juni wird in der Sennegemeinde Augustdorf tagsüber (von 8 bis 20 Uhr) ein Rettungswagen (RTW) am Feuerwehrgerätehaus an der Haustenbecker Straße stationiert. Damit verfügt der Kreis Lippe nun über 13 Standorte im Rettungsdienst. Für die Augustdorfer Bevölkerung bedeutet dieser Schritt eine deutliche Verbesserung in der Notfallversorgung. Die Anfahrtszeiten des derzeit noch in Oerlinghausen stationierten Rettungswagens können deutlich reduziert werden.
"Wir freuen uns natürlich sehr über diesem neuen Standort, der die Notfallversorgung in unserer Gemeinde deutlich optimiert und das Sicherheitsgefühl der Bürger erhöht", so Bürgermeister Dr. Andreas Wulf. Von einer ersten Anfrage des Kreises Lippe bis zur Realisierung sei nur sehr kurze Zeit vergangen. Dies verdeutliche das Bemühen der Augustdorfer um diese Veränderung im Rettungsdienst. Ein besonderer Dank des Bürgermeisters galt der Freiwilligen Feuerwehr, welche den Rettungsdienstlern des Malteser Hilfsdienstes einen separaten Raum und einen Platz in der Fahrzeughalle zur Verfügung stellt. "Nicht nur für die Augustdorfer Bürger, auch für unsere Kameraden ist der Rettungsdienst vor Ort ein Gewinn. Insbesondere bei Verkehrsunfällen mit schwer verletzten Personen ist es für uns sehr beruhigend, wenn Feuerwehr und Rettungsdienst gleichzeitig am Einsatzort eintreffen. Deshalb können wir mit den kleinen Einschränkungen, welche mit der Stationierung verbunden sind, sehr gut leben", sagte Augustdorfs Gemeindebrandmeister Klaus Klaus Schneider bei einem Pressetermin am vergangenen Mittwoch und bezog sich bei Letzterem auf das begrenzte Platzangebot im Feuerwehrgerätehaus. Eines der Feuerwehrfahrzeuge wird künftig in zweiter Reihe hinter dem RTW in der Halle eingeparkt werden müssen. Bisher ist die RTW-Besatzung und das Fahrzeug noch als zweites Einsatzteam im Tagdienst (8 bis 20 Uhr) in der Rettungswache am Luftsportzentrum in Oerlinghausen stationiert. Die Einsatzzahlen im zuständigen Gebiet (Oerlinghausen, Augustdorf und Leopoldshöhe-Asemissen) sind seit Eröffnung der Rettungswache Oerlinghausen im Jahr 2003 von 1.300 auf heute 2.100 angestiegen. Deshalb gibt es seit Oktober 2014, neben dem 24-Stunden einsatzbereiten Fahrzeug, einen zweiten RTW im Tagdienst. "Die Räumlichkeiten in Oerlinghausen sind auf Dauer allerdings nicht für zwei Teams und zwei Fahrzeuge ausgelegt. Deshalb haben wir nach einer sinnvollen Alternative gesucht und den Fokus auch aufgrund der Einsatzzahlen auf Augustdorf gelegt", erklärte Landrat Friedel Heuwinkel. Jüngste statistische Auswertugen wiesen einen Jahreswert von etwa 400 Einsätzen des in Oerlinghausen stationierten RTW im Augustdorfer Gemeindegebiet aus. "Dies rechtfertigt auch organisatorisch einen weiteren Standort in Augustdorf", so der für den Bevölkerungsschutz beim Kreis Lippe zuständige Meinolf Haase. Die deutlich optimierten Anfahrtzeiten für Augustdorf hätten für jetzt gefundene Standortlösung gesprochen. Haase erklärte dies an zwei Beispielen. Der Anfahrtsweg zum Seniorenheim am Pastorenweg habe bisher 8,7 Kilometer betragen und eine durchschnittliche Anfahrtzeit von 13 Minuten benötigt. Durch den neuen Standort könne die Strecke auf 1,3 Kilometer und eine Anfahrtzeit von 3 Minuten verkürzt werden. Auch die Anfahrt zur Kaserne fällt von bisher 10,5 Kilometern (13 Minuten) auf 2,9 Kiometer (6 Minuten) deutlich kürzer aus. Der Oerlinghauser Standort bleibt künftig mit einem Team und einem Fahrzeug im 24-Stunden-Dienst besetzt. Zusätzlicher Einsatzbedarf wird im Bereich der Bergstadt wird tagsüber dann vom Augustdorfer Team, sowie bereits bisher kreisübergreifend von der Rettungswache in Schloß-Holte gestellt.
