1. Viele Besucher bei festlicher Stunde Alle Register gezogen / Unterschied für alle Gäste hörbar gemacht / Weicher und voller Klang

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    Rodenberg (em). Eine so schön mit einer Girlande geschmückte Orgel habe er bei der Einweihung eines der von ihm sanierten Instrumente noch nie gesehen, schmunzelte Orgelbaumeister Georg Schloetmann anerkennend schon vor dem Konzert. Die Blumenfeen der Gemeinde hatten sich große Mühen gegeben, um dem großen Moment den würdigen Rahmen zu verleihen. Es war ein Moment, auf den die Gemeinde lange hingearbeitet hatte. Zwei Jahre lang waren Spenden gesammelt worden, um die kostspielige, aber dringend notwendige Reinigung und Sanierung des Instruments bezahlen zu können.

    Ob alle Konzertbesucher alles verstanden haben, was Orgelbaumeister Georg Schloetmann zu Beginn des Konzertes über seine Arbeit an der Rodenberger Kirchenorgel erzählte? Ganz schön kompliziert, all diese unterschiedlichen Register, die Klangfarben und Intonationen und die vielen Fachbegriffe! Also machte der Orgelbauer das "Vorher/Nachher" einfach hörbar und demonstrierte anhand einer mitgebrachten "Mini-Orgel" mit ein paar alten ausrangierten Pfeifen, was er meinte. Wie die alte Orgel vorher "gespuckt" hatte und wie unangenehm scharf der Klang einiger Register vorher war, wurde so auch dem Laien verständlich. Für die Arbeit des Orgelbauers gab es ein dickes Lob vom Fachmann: Die Sanierungsarbeiten hätten sich wirklich gelohnt, die Orgel habe erheblich gewonnen, so der Hildesheimer Domkantor Stefan Mahr.

    Vom wesentlich weicheren, volleren und harmonischeren Klang des Instrumentes konnten sich die Besucher der festlichen Stunde im Anschluss überzeugen. Domkantor Stefan Mahr zog im wahrsten Sinne alle Register, ließ gekonnt und meisterlich alle Facetten des Instrumentes hervortreten und begeisterte mit einem mal majestätisch-imposanten, mal ironisch-pointiertem Spiel. Der Hildesheimer Domkantor moderierte die von ihm ausgewählten Werke selber humorig an und erklärte, die Orgel könne jetzt sogar Französisch. Sie sei also nicht mehr ausschließlich für spätbarocke Werke ausgelegt, sondern ermögliche einen breiteren Kanon der Orgelliteratur. Und auch dafür gab es ein eindrucksvolles Hörbeispiel, das ein Schmunzeln auf alle Gesichter zauberte. Plötzlich ertönten romantische Tanzklänge, und auf einmal glaubte man gar, eine Drehorgel zu hören. Es war eine Konzertstunde, bei der sich erhabene und fröhliche Momente abwechselten und in der die Freude über die gelungene Sanierung deutlich zum Ausdruck kam.

    Pfarrer Uchtmann, der zu Beginn des Konzertes nette Dankesworte gefunden hatte, lud im Anschluss zu Kaffee und Kuchen ins Pfarrheim ein, wo Gemeindemitglieder und Gäste das schöne Konzerterlebnis ausklingen ließen.

    Foto: privat

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