1. Handreichung der Landeskirche: Keine Diskriminierung von Homosexuellen

    "Gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht gegen die Botschaft des Evangeliums" / "Pastor kein Schwulenhasser"

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    Sie folge darin anderen Landeskirchen der EKD, die sich in ähnlicher Weise mit der Segnung von homosexuellen Partnerschaften beschäftige und dazu Hilfen für gottesdienstliche Handlungen herausgegeben hätten. Zugleich bekenne sich die Kirche damit zu Partnerschaften in "eingetragenen gleichgeschlechtlichen Beziehungsforen". Gleichzeitig werde damit deutlich gemacht, dass "verbindliche Partnerschaften zwischen Frau und Frau und Mann und Mann nicht der Botschaft des Evangeliums widersprechen". Gegenteilige Aussagen - zum Beispiel in den Paulusbriefen - hätten "eine in Treue gestaltete gleichgeschlechtliche und gleichberechtigte Partnerschaft auf Augenhöhe" nicht im Blick. Weiter heißt es in der "Handreichung" (schriftlich fixierte Empfehlung oder Richtlinie): "Die kritischen Schriftworte zu homosexueller Praxis stehen für uns im größeren Zusammenhang der Verkündigung Jesu Christi, die die Liebe Gottes zu allen Menschen und die Verantwortung füreinander in den Mittelpunkt stellt." Der besten Beleg für die Aussage, formulierte Kühne-Glaser, sei die Tatsache, dass es mittlerweile in der Landeskirche "mehrere homosexuelle PastorInnen" gebe, die "mit Wissen und Zustimmung von ihren Kirchenvorständen und Gemeinden mit ihren PartnerInnen im Pfarrhaus leben und ihren pfarramtlichen Dienst versehen".

    Die Landeskirche folge mit ihrer Stellungnahme zugleich wissenschaftlichen Erkenntnissen und dem Votum der Bundesärztekammer vom 30. Mai 2014, das unter anderem eine Pathologisierung von Homosexualität ablehne. Dazu der Superintendent: "Ich begrüße die Handreichung der Landeskirche als ein längst fälliges Zeichen gegenüber unseren schwulen und lesbischen Mitchristinnen und Mitchristen, die sich weltweit in vielen Staaten und leider auch immer noch durch die meisten Kirchen in ihrer Ausrichtung stigmatisiert und diskriminiert erfahren und vielfach großes seelisches und auch körperliches Leid bis hin zu Verfolgung und Ermordung erleben müssen."

    Spezieller Hintergrund der aktuellen Thematik war ein Bericht am 7. April in der ARD, bei dem unter dem Titel "Die Schwulenheiler 2" vermeintlich "schwulenfeindliche" Äußerungen des Hohnhorster Pastors Gero Cochlovius an den Pranger gestellt worden waren.

    In seinem Ephoralbericht stellte sich Kühne-Glaser ausdrücklich hinter den Kollegen: Er sei weder ein "Schwulenhasser" noch sehe er Homosexualität als eine Krankheit an. Und ebenso wenig erlebe er sich und die meisten seiner Gemeindemitglieder als Menschen, die Homosexuelle diskriminieren oder ausgrenzen wollen. Kühne-Glasers Analyse: "Er folgt in seinem Denken einer anderen Auslegung der Schrift und der wenigen sich darin auf homosexuelle Handlungen beziehende Schriftstellen, als es die Leitung unserer Landeskirche mit den meisten ihrer Geistlichen und Mitgliedsgemeinden tut. Darin kommt er zu der Auffassung, dass praktizierte Homosexualität nach der Bibel Sünde ist. Er sagt darüber hinaus aber auch, dass nach der Bibel jeder Mensch, egal ob hetero- oder homosexuell, von Natur aus Sünder ist, aber durch den Glauben an Jesus Christus Erlösung findet, und dass ausnahmslos jeder Mensch von Gott geliebt ist."

    Er, Kühne-Glaser, kenne ihn als "verantwortungsvollen und reflektierten Theologen, den ich respektiere und schätze", umso mehr als er seine große Betroffenheit über die Reaktionen auf seine wenigen Äußerungen in dem Film "Die Schwulenheiler 2" (Panorama - Die Reporter) erlebt habe, die sich vor allem auch in den sozialen Netzwerken zu einem regelrechten "Shitstorm" mit zum Teil schlimmsten Beschimpfungen und Hasstiraden entwickelt hätten.

    Es sei darum wichtig, auch auf einen Absatz hinzuweisen, der ebenfalls aus der Erklärung des Kirchenvorstands auf der Homepage der Gemeinde stamme: "Es tut Pastor Cochlovius und uns allen sehr leid und macht uns betroffen, wenn sich durch die nun ausgebrochene öffentliche Diskussion und verkürzte sowie falsche Darstellungen homosexuelle Menschen diskriminiert fühlen oder verletzt sind." Pastor Cochlovius sagt dazu: "Es war nie meine Absicht, homosexuelle Menschen zu verurteilen. Wo dieser Eindruck dennoch entstanden ist, bitte ich um Entschuldigung!"

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