BAD REHBURG (jan). Die berühmte Stecknadel hätte man fallen hören können – derart aufmerksam lauschte das Publikum dem, was das ‚Duo Hora’ auf Einladung des Rehburg-Loccumer KulTour-Vereins präsentierte. Einen genussreichen Abend haben die beiden Künstler ihren Zuhörern im Bad Rehburger Dorfgemeinschaftshaus präsentiert.
‚Liebestod’ – so nennen Susanne Reerink und Martin Rumprecht das Programm, mit dem sie auftreten. Der Tod der Liebe spielt darin eine Rolle – sicherlich. So manches der Musikstücke von Kaleko über Kästner bis zu Grönemeyer, das sie ausgewählt haben, nimmt sich der tragischen, der düsteren, der melancholischen Seite der Liebe an. Wer aber glaubte, den gesamten Abend in dieser Stimmung schwelgen zu können, sah sich schnell getäuscht, denn auch alle anderen Facetten der Liebe bedienten die beiden.
Sie mit der Geige am Kinn, er mit dem Akkordeon vor der Brust – als musizierendes Paar kam das Duo Hora auf die Bühne und legte mit einem jiddischen Liebeslied los. Das Jiddische mit seinem ganz eigenen Stil und Rhythmus blitzte immer wieder durch, zog sich wie ein roter Faden durch das Programm, war mal getragen, dann wieder überbordend frech und fröhlich. Drumherum und zu Geige und Akkordeon hatten sich die Künstler aber ein überaus feines Programm gestrickt, das mit Überraschungen ebenso wenig geizte wie mit Können. Ein Märchen haben sie beispielsweise erzählt. Oder vielmehr zwei Märchen, denn das Dornröschen ihrer Geschichte, wird von einem Frosch wach geküsst. Der wiederum klatschend an der Wand landet, sich in einen Prinzen verwandelt und ob der schlechten Behandlung keinerlei Lust verspürt, die erwachte Prinzessin zu ehelichen. Wie das Leben und die Liebe eben so spielen. Nahezu beiläufig saßen die beiden währenddessen auf ihren Stühlen, mit- und hinreißend trugen sie die Geschichte vor. Nur wenig später hingegen streifte Reerink ihre Schuhe ab, um sich in ausgelassenem Tanz zur Musik ihres Partners zu drehen – Geschichten rund um die Liebe erzählten beide mit ihren vielen Talenten und vollem Einsatz. Das wiederum führte dann schnell dazu, dass das Publikum sehr aufmerksam lauschte, um nur nichts von diesem wundervollen Auftritt zu verpassen. Foto: jan
