Detmold / Kreis Lippe (kh). Es gibt vermutlich angenehmere Arten, das Zeitliche zu segnen als in einem Pizzaofen zu Tode gefoltert zu werden. Was Uwe Voehl jedoch nicht davon abhält, seinen neuen Krimi "Drama beim Dinner" mit einer solchen Szenerie beginnen zu lassen. Dreh- und Angelpunkt des Romans, mit dem der Bad Salzufler Autor zugleich den zweiten Band seiner Küchen-Krimi-Trilogie vorlegt, ist denn auch ein Pizzaofen. Und zwar ein völlig neuer Typus, der auch in privaten Küchen "Pizza wie vom Pizzabäcker" verspricht. In einem Backwettbewerb will der Ofenfabrikant die Starköche zweier konkurrierender Hersteller von Fertigpizzen gegeneinander antreten lassen, um zu ermitteln, mit welchem der beiden Pizzaproduzenten er das Projekt auf den Markt bringt. Doch soweit kommt es nicht ...
Unter anderem zwei Entführungsfälle, ein Mittelalterjahrmarkt und ein abgewracktes Campingmobil sorgen im Verlauf der Story für allerlei Mutmaßungen und Verdächtigungen. Licht ins Dunkel des mysteriösen Falles soll das schon aus Band 1 der Trilogie bekannte Ermittlerduo Claudine und Clemens bringen. Von Bielefeld und Vlotho aus geht es für die beiden diesmal ins Saarland. Wo nicht nur die Fäden der Nachforschungen zusammenlaufen, sondern auch die "Beziehungskiste" zwischen dem eigenwilligen Privatdetektiv und der forschen Heldin eine Fortsetzung erfährt.
Anhand Verwicklungen und Randgeschichten im Schneetreiben dunkler Dezembertage bereitet Uwe Voehl auf 152 Seiten den Boden für neuen Nervenkitzel. Mit solider Erzähltechnik entwickelt er den Plot um seine Protagonisten. Nicht als Überhelden mit außergewöhnlichen Fähigkeiten angelegt, folgt man ihnen gerne bis zum rasanten Showdown durch die Handlung. Alle sind sympathisch normal – bleiben allerdings charakterlich blass. Mag auch für große Krimikunst die nötige Tiefe fehlen, so ist Voehls jüngstes Werk doch dank seiner atmosphärischen Dichte, dem liebenswerten Hauch Lokalkolorit sowie einer Prise Herzflattern eine locker-leichte Unterhaltungslektüre mit Identifikationspotenzial. Ein echter OWL-Krimi eben, der sich in den stetigen Produktionsfluss von Regionalkrimis einreiht.
Uwe Voehl wurde 1959 im westfälischen Hagen geboren und lebt heute als freiberuflicher Autor und Lektor in Bad Salzuflen. Schon während der Schulzeit begann Voehl Anthologien herauszugeben. Nach dem Abitur studierte er BWL und Jura und arbeitete später als Werbetexter für Agenturen und Versandhäuser. Voehl erhielt mehrere Auszeichnungen für Kurzgeschichten, darunter 2007 den Utopia-Literaturpreis der Aktion Mensch und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. "Drama beim Dinner" ist in einer Auflage von 1500 Stück erschienen und der dritte Krimi, den er bei topp+möller veröffentlicht. Zurzeit scheibt Voehl am abschließenden Teil seiner Küchen-Krimi-Trilogie; deren Veröffentlichung ist für das für das kommende Jahr geplant.
