1. "Zinsen sind fast abgeschafft"

    Rückblick auf Sparkassen-Geschäftsjahr 2014

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    Lemgo. Die Niedrigzinsen machen den Kreditinstituten zu schaffen. Unternehmen halten sich mit der Aufnahme neuer Kredite eher zurück. Und die Menschen geben ihr Geld lieber aus, als es zu sparen und sich mit minimalen Zinssätzen zufrieden zu geben. "Wir leben davon, dass die Menschen sparen", so der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Lemgo, Horst Selbach. "Die Zinssituation wie wir sie haben ist für mich unvorstellbar. Die Zinsen sind fast abgeschafft, Marktmechanismen völlig außer Kraft gesetzt. Wir haben ein ordentliches Wachstum und der Leitzins liegt jetzt bei 0,05 Prozent". Dass die Zinsen in absehbarer Zeit deutlich steigen, davon mag Horst Selbach nicht ausgehen: "Wir stellen uns auf härtere Zeiten ein". Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Lemgo, blickte mit seinen Vorstandskollegen Bernd Dabrock und Klaus Drücker auf das Sparkassen-Geschäftsjahr 2014 zurück. Die Durchschnittsbilanzsumme der Sparkasse Lemgo wurde um 0,9 Prozentpunkte auf 2,863 Milliarden Euro gesteigert. Das Betriebsergebnis in Höhe von 1,15 Prozent der Durchschnittsbilanzsumme – in Höhe von 32 bis 33 Millionen Euro – bewegt sich in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Klaus Drücker präzisiert: " Das Betriebsergebnis setzt sich im wesentlichen aus Zinsüberschuss zusammen". Mit dem erwirtschafteten Jahresergebnis in diesem schwierigen Umfeld zeigte sich der Sparkassenvorstand zufrieden. Das Kreditvolumen stieg gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Prozent auf 2,255 Milliarden Euro. Im Privatkundenbereich war die Nachfrage nach Immobilienkrediten ungebrochen. Insbesondere das niedrige Zinsniveau sowie die positive Lage am Arbeitsmarkt sorgten für ein großes Interesse an Immobilien. Insgesamt wurden wieder rund 200 Objekte vermittelt. Ein weiterer Wachstumsträger war das Kreditgeschäft mit den heimischen Firmenkunden. Die Kreditversorgung der lokalen Wirtschaft konnte um 42 Millionen Euro gesteigert werden.

    Klaus Drücker führte aus, dass über die Hälfte der Einlagen kurzfristig angelegt seien. "Allgemein setzen Anleger weiter auf kurze Laufzeiten. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus war zudem zu erkennen, dass Einlagen verstärkt zugunsten von Konsum, Investitionen und zum Kauf von Immobilien genutzt wurden", berichtete er und bilanzierte: "Der Lipper ist nicht mehr so sparsam wie in der Vergangenheit", Erstmalig wurde der "Echt lippsk!"-Förderpreis – in der Kategorie "Sport" – in Höhe von 23.000 Euro vergeben. Zudem wurde der Internetauftritt erweitert. Von den gut 100.000 Privatkunden nutzen 40 Prozent Onlinebanking – "mehr oder weniger", so Horst Selbach. Das hieße aber nicht, dass diese Kunden nicht mehr in die Filialen gingen. Dreh- und Angelpunkt in der Kundenbeziehung sei der persönliche Kundenberater, so der Vorstandsvorsitzende.

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