1. Girod setzt sich weiter für Naturschutz ein

    Erster Regionsrat Axel Priebs überreicht Urkunde / Lagebericht im Umweltausschuss / Ein Auge für Missstände

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    WUNSTORF (tau). Karl-Heinz Girod ist von der Region Hannover für weitere fünf Jahre zum ehrenamtlichen Beauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege in Wunstorf ernannt worden. Am Montag fand die Übergabe der Urkunde im Haus der Region in Hannover statt. Girod füllt den Posten bereits seit 1995 aus und weist immer wieder auf Missstände hin.

    Zuletzt berichtete er dem Umweltausschuss der Stadt Wunstorf erneut von einer Zunahme illegaler Müllentsorgung. Vor allem auf Parkplätzen neben Bundesstraßen oder an Feldwegen werde eine vorsätzliche Verschmutzung der Umwelt betrieben. "Das kriegen wir einfach nicht in den Griff", so Girod. Mit vielen Bildern dokumentierte der Naturschützer die Verstöße. Fernseher, Kühlschränke, Kanister mit Altöl, Düngemittel, Dosen oder Hausmüll in Säcken seien an den bekannten Stellen rund um Wunstorf immer wieder zu finden.

    "Vor 15 Jahren hat es das in diesem Ausmaß noch nicht gegeben", sagt Girod. Die Dreistigkeit habe ebenfalls zugenommen. So hat er zum Beispiel beobachtet, wie eine große Tüte mit Abfall aus einem fahrenden Auto geworfen wurde.

    In der Regel bleiben die Verursacher unerkannt. Der Sondermüll stelle nicht nur für Tier- und Pflanzenwelt eine Gefahr dar, sondern auch für die Mitarbeiter von aha, die mit der Beseitigung der Hinterlassenschaften beauftragt werden. Das kann mehrere Wochen dauern. Die Kosten für die Steuerzahler nehmen daher automatisch mit dem Anstieg der illegalen Entsorgung zu.

    In seinem Lagebericht weist Girod aber auch auf aus seiner Sicht unsinnige Eingriffe in die Natur hin. Dies treffe zum Beispiel bei der geplanten Fußgängerbrücke über die Südaue zu. Dort werde ohne Not und besonderen Nutzen ein schützenswertes Biotop zerstört, meint Girod.

    Dem Naturschützer ist auch aufgefallen, dass die rund 90 Kilometer Feldwege um Wunstorf zunehmend verbreitert und mit Schotter, Asphalt oder Betonplatten befestigt werden. Nur noch fünf Prozent befänden sich in einem weitgehend unberührten und damit aus Girods Sicht vertretbaren Zustand.

    Hintergrund ist der Strukturwandel in der Landwirtschaft und der Trend zu immer moderneren und größeren Fahrzeugen. Die brauchen, um auf die Wirtschaftsflächen zu gelangen, befestigte Wege. Foto: privat

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