1. Abtei platzt aus allen Nähten bei CDU-Neujahrsempfang

    Oberst Bette: "Mit dem A400M werden keine Platzrunden geflogen"

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    WUNSTORF (gi). Der Neujahrsempfang des CDU-Stadtverbandes war ein voller Erfolg. Die Abtei platzte aus allen Nähten, Vorsitzender Martin Pavel begrüßte über 140 Gäste. Die waren gespannt auf den Vortrag von Oberst Ludger Bette, Kommodore des Lufttransportgeschwaders (LTG) 62. Sein Thema waren die Aufgaben und Herausforderungen mit dem neuen Transportflugzeug A400M.

    Das erste von 40 Flugzeugen wurde von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen auf dem Fliegerhorst Wunstorf am 19. Dezember (wir berichteten) in Empfang genommen. Geplant war, dass in diesem Jahr weitere fünf Maschinen beim LTG eintreffen. Doch daraus wird wohl nichts werden. Die Ministerin hat Hersteller Airbus bereits scharf kritisiert wegen der noch zahlreich vorhandenen Pannen. Es stehe hier weit mehr auf dem Spiel als das Image eines Industrieunternehmens, es gehe um Deutschlands Verlässlichkeit in seinen Bündnissen. So sagte es von der Leyen dem Magazin "Spiegel". Zurück zum CDU-Neujahrsempfang. Oberst Bette berichtete davon, dass Anfang des Jahres 2000 die Planungen (erste Überlegungen habe es schon 1985 gegeben) für ein neues Transportflugzeug begann. Die größere Tonnage und die Erhöhung der Reichweite gegenüber der Transall spielten dabei eine wichtige Rolle. Der erste Spatenstich für die umfangreichen Infrastrukturmaßnahmen auf dem Fliegerhorst erfolgte 2009, es ist die größte Baustelle in Niedersachsen und bei der Bundeswehr. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehörten die Verlängerung der Hauptstart- und Landebahn, ein neues Gebäude der Feuerwehr, Hallen und ein Ausbildungszentrum. Auch wurden Abstellplätze für das Flugzeug gebaut, die letzten werden 2016 fertig gestellt sein. Bette berichtete von dem A400M-Simulator, in dem die gesamte fliegerische Ausbildung erfolge. Der Simulator laufe 20 Stunden am Tag, ein zweiter werde benötigt, dafür fehlten aber noch die Mittel. Die Ausbildung beginnt beim LTG ab dem 1. Juli, sie dauert 43 Tage. Mit dazu gehört ein Flug mit zwei Schülern auf einer Maschine. Die Belastung für die Bevölkerung werde geringer als bei der Transall sein. "Es wird mit dem A400M keine Platzrunden geben", sagte der Oberst. Ab Januar 2017 werden auch französische Soldaten ausgebildet. Derzeit sind auf dem Fliegerhorst 1157 Zivilbeschäftigte und Soldaten tätig, die Zahl werde sich bis 2017 auf 1400 erhöhen. Bette wurde von den Gästen nach der Sicherheit auf dem Fliegerhorst gefragt. Die werde von Soldaten, Zivilpersonal und einem Dienstleister sicher gestellt. Bettes Prognose ist ein Betreibermodell mit viel Technik und weniger Personal. Auch die Möglichkeit eines "Angriffs mit einer Drohne" wurde ins Gespräch gebracht. "Wenn es eine bewaffnete Drohne zum LTG schafft, dann ist etwas schief gelaufen", berichtete Bette. Zu den Landungen von Düsenflugzeugen sagte der Kommodore, dass der Flugplatz für alle Flugzeuge, auch für Tornado und Eurofighter geöffnet sei. Die würden aber nur bis 16 Uhr zu Übungsflügen hier landen, das könnte einmal in der Woche der Fall sein.

    Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt wies in seinen Grußworten darauf hin, dass der Fliegerhorst voll in der Bevölkerung integriert sei. Er freue sich über das große Interesse zum Vortrag von Oberst Ludger Bette.

    Eberhardt ging auch auf Themen in der Stadt ein. Er nannte die Unterbringung von Flüchtlingen, die Schulsituation, die Bürgerbeteiligung, Krippen- und Hortplätze sowie neue Baugebiete im Bereich Wunstorf-Süd und in Kolenfeld sowie das Voranbringen von Gewerbegebieten in Luthe. Foto: gi

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