Bad Salzuflen (dib). Die Verkehrssituation in der Innenstadt ist nach wie vor ein neuralgischer Punkt, mit dem sich bereits 2010 das "Verkehrskonzept Innenstadt" befasst hat. Dazu gab es seinerzeit in der Bürgerhalle des Rathauses ein Bürgerforum, in dem es hieß: "Eine gute Erreichbarkeit sowie Attraktivitätssteigerung der Innenstadt für alle Verkehrsteilnehmer, also gleichermaßen für Fußgänger, Radfahrer, Stadtbusbenutzer und Autofahrer, sind neben der Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Kernstadt wesentliche Ziele." Dabei sollten die unterschiedlichen Interessen der Anwohner, Verkehrsteilnehmer sowie der Geschäftsinhaber und deren Kunden gleichermaßen berücksichtigt werden.
Bisher hat es dazu noch keine konkreten Festlegungen gegeben. Der Rat möchte das Votum der Bürger mit einbeziehen und hatte in dieser Woche zu einem weiteren Bürgerforum eingeladen, bei dem zwei unterschiedliche Varianten zu Diskussion standen.
Variante 1: Der Verkehr von der Staße "Am Markt" wird weiterhin sowohl über die Wenkenstraße als auch über die Steege (an der Post vorbei) /Salzsiederstraße abgeleitet und muss dabei ein Stück der Fußgängerzone durchqueren.
Variante 2: Der Verkehr wird nur noch über die Wenkenstraße abgeleitet, der Zuliefer- und Anwohnerverkehr wird aber weiterhin gewährleistet.
Ulrike Niebuhr vom Fachdienst Stadtplanung stellte beide Möglichkeiten vor. Außerdem führte sie aus, dass ein Bauantrag zur Umgestaltung der Post vorliege, bei dem in der Langen Straße Geschäfte mit einer großen Schaufensterfront entstehen sollen. Das würde die Verkehrssituation vor der Post bei der Variante 1 weiter verschärfen. An der Steege sieht diese Variante für die sechs Parkplätze vor der Post zwei Möglichkeiten vor: Die Parkplätze kommen weg und es entstehen zwei Baumreihen, oder sie bleiben und es gibt nur eine Baumreihe. Um das "für und wider" dieser sechs Parkplätze entwickelte sich eine angeregte Diskussion. Allerdings wird darüber erst entschieden, wenn die Bürgerbefragung abgeschlossen ist und sich die Bürger für Variante 1 entscheiden sollten.
In der Diskussion kam zum Ausdruck, dass Bad Salzuflen ein Kurort ist, in dem die Luft- und Lebensqualität eine bedeutende Rolle spiele. Der Leiter des Tiefbauamtes, Thomas Meise, sagte: "Wir wollen die Innenstadt nicht absperren. Wir können auch alles so lassen, wie es ist." Dafür bekam er spontanen Beifall. Und er bestätigte, dass Variante 1 auch für die Zukunft weitere Umgestaltungsmöglichkeiten zulasse. Beigeordneter Rolf Oberweis geht davon aus, dass sich die Verkehrssituation entschärfen wird, wenn die Modernisierung der Innenstadt erst abgeschlossen ist.
Die Grundfrage "Will ich den Verkehr zukünftig aus der Innenstadt raus haben"? bleibt. Jetzt sollen die Bürger bei einer Befragung entscheiden. Vom 26. bis 30. Januar können sie ihr Votum für die bevorzugte Variante im Rathaus abgeben. Montag bis Mittwoch und Freitag von 8 bis 17 Uhr, sowie Donnerstag von 8 bis 17.30 Uhr. Alle Bürger ab 14 Jahre, die mindestens seit dem 30. Oktober 2014 in Bad Salzuflen wohnen, haben die Möglichkeit dazu. Außerdem ist eine Abstimmung im Internet unter www.bad-salzuflen.de/go/befragung möglich. Am 14. Februar werden sich der Bau- und der Planungsausschuss in einer öffentlichen Sitzung mit diesem Thema befassen und am 4. März wird der Rat eine Entscheidung treffen.