RODENBERG (mh). Man schätzt sich, man versteht sich, man duzt sich: Trotzdem gibt es zwischen Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla und dem heimischen Bundestagsabgeordneten Maik Beermann Redebedarf. Wo drückt der Schuh in den Kommunen, wo kann der Bund Hilfe leisten, was wünschen sich die Städte und Gemeinden im Landkreis? Diesen Fragen geht Maik Beermann gerne persönlich auf den Grund. So auch am gestrigen Freitag, als der 33-jährige Abgeordnete dem Rodenberger Rathaus einen Besuch abstattete.
In ungezwungener Atmosphäre gab es reichlich Themen zum Austausch. "Wir wünschen uns von der Bundespolitik mehr Unterstützung für die Feuerwehren, die auf der Autobahn für Sicherheit sorgen", wandte sich Georg Hudalla an Beermann. Der technische Aufwand für die Autobahn-Einsätze werde immer höher, so Hudalla. Da die Autobahnen in der Verantwortung des Bundes stehen, die heimischen Feuerwehren hier allerdings für die Sicherheit und die Rettung bei Unfällen sorgen, wünscht sich der Samtgemeindebürgermeister mehr Unterstützung. Maik Beermann nahm die Anregung an und überlegte, ob es Möglichkeiten gebe, höhere Mittel aus dem entsprechenden Bundesetat zur Verfügung zu stellen. Alternativ wären Erhöhungen im Bereich der Feuerschutzsteuer eine Option. Einig war man sich in der Wichtigkeit der ehrenamtlichen Arbeit vor Ort. "Ohne Ehrenamt wäre Deutschland nicht gesellschaftsfähig", war sich Beermann sicher. Er regte an, insbesondere bei den vielen Ehrenamtlichen, die sich um die Sicherheit ihrer Mitmenschen kümmern, neue Wege zu gehen. "Vielleicht kann man manche Aufwandsentschädigung streichen. Stattdessen gibt es dann einen Rentenpunkt mehr", so seine Überlegungen, den Einsatz zu honorieren. Maik Beermann informierte sich über die aktuelle Lage in Sachen Flüchtlingsaufnahme in der Samtgemeinde. "Alles was gewollt ist, wird von uns gemacht", sagte Hudalla und unterstrich, dass die Samtgemeinde den Landkreis hier unterstütze, wo man könne. Die Frage nach der Notwendigkeit Flüchtlingen zu helfen, stelle sich nicht, waren sich beide einig. "Die Bedingungen vor Ort helfen entscheidend mit, die Integration der Menschen voranzubringen", unterstrich Beermann.
Als weiteres Thema brachte Georg Hudalla die infrastrukturellen Nöte der Kommunen ein. Konkret ging es um sanierungsbedürftige Brücken im Bereich von Wirtschaftswegen. Eine solche Brücke könne bis zu 100.000 Euro kosten, so Hudalla. "Das Ausmaß von Sanierungskosten und Finanzierbarkeit steht hier in einem schlechten Verhältnis." Finanziell ein großer Brocken für die Samtgemeinden, pflichtete auch Beermann bei. Hudalla berichtete ihm von einer Idee, anstatt neuer Brücken oder Sanierungen einen Schritt zurückzugehen: Es gebe durchaus Stellen, an denen könnten Furten für die Überquerung ausreichen. Entsprechend ausgelegt und technisch umgesetzt würden die Furten in der meisten Zeit das Überqueren ermöglichen. Es müsse geprüft werden, ob dieses nicht eine kostengünstige Lösung für die Wege sei, bei denen es nur vereinzelt zu landwirtschaftlichen Verkehr komme. Maik Beermann, selbst aus einer landwirtschaftlichen Familie kommend, zeigte sich an dieser Idee durchaus interessiert.
Neuigkeiten gab es auch beim Thema "SuedLink": Maik Beermann berichte von einem Referentenentwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium: Dieser beinhalte Änderungen bei der Öffnungsklausel hinsichtlich der Erdverkabelung. Im Entwurf sei vorgesehen, die starre Regelung von zehn Prozent Erdverkabelung aufzuweichen hinsichtlich einer offenen, im Einzelfall zu treffenden Entscheidung. Das käme dem Wunsch vieler entgegen, die sich mehr Erdverkabelung bei der geplanten SuedLink-Trasse wünschen. Noch ist allerdings nichts entschieden, der Entwurf müsse zuerst noch in den Arbeitsgruppen und Fraktionen diskutiert werden, bevor der Bundestag entscheidet. Für Donnerstag, 12. Februar, kündigte Beermann zudem einen runden Tisch mit unter anderem Experten und Politikern zu dem Thema "Suedlink" an. Der wird höchstwahrscheinlich in Stadthagen stattfinden und verfolgt das Ziel, Schaumburg für die Diskussionen zu wappnen. Foto: mh
