1. "Nie wieder" - klare Zielsetzung

    Ausstellung zu verfolgten Juden im Religionspädagogischen Institut Loccum läuft noch bis zum 10. April

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    LOCCUM (jan). Die Geschichte der Juden in der Stadt Rehburg-Loccum steht im Mittelpunkt der Ausstellung ‚Sie waren Nachbarn’. Aktuelle Bezüge zur Verfolgung der Juden sind zur Vernissage im Religionspädagogischen Institut Loccum (RPI) aufgegriffen worden.

    "Nur wenn wir wissen und uns mit diesem Wissen auseinandersetzen, können wir ein ‚Nie wieder’ erreichen." Die Intention, mit der der Arbeitskreis ‚Stolpersteine Rehburg-Loccum’ vor einem Jahr angetreten ist, hat dessen Mitglied Dieter Hüsemann mit diesem einen Satz zusammengefasst. Geforscht hat der Arbeitskreis, hat erste Stolpersteine für Verfolgte verlegen lassen und die weiteren Ergebnisse seiner Arbeit öffentlich gemacht – zum einen mit einer Website, zum anderen mit einer Ausstellung, die nun im RPI gezeigt wird.

    "Wie erleben zurzeit, … wie neue Ziele und Opfer für den menschlichen Frust gesucht und gefunden werden, wie nationalistische Tendenzen sich gegen Minderheiten wenden", sagte Hüsemann. Bevor sich dieses Denken und Verhalten wieder gegen Minderheiten richte, müsse deutlich werden, dass diese Minderheiten Nachbarn seien – "unsere Nachbarn". Die geschichtliche Aufarbeitung sei eine gute Möglichkeit, dieses Bewusstsein zu fördern.

    Einmal schon ist die Ausstellung ‚Sie waren Nachbarn’ gezeigt worden – im Kulturzentrum ‚Romantik Bad Rehburg’. Dass sie nun auch im RPI sein dürfe, sei ein besonderer Glücksfall, fügte Hüsemann hinzu. Nicht nur die Menschen aus der Stadt bekämen so eine weitere Möglichkeit der Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte sondern auch die vielen Lehrer und anderen Besucher des RPI. Als Multiplikatoren könnten sie das Wissen um die Geschichte mit in ihren Alltag nehmen.

    Den aktuellen Bezug der Ausstellung sah auch Steffen Marklein, Pastor und im RPI für Medienpädagogik und Ausstellungen zuständig. Dem Zusammenleben der Menschen dienen, sei eine Aufgabe der Religionspädagogik. Um aufmerksam zu machen, um diesem Zusammenleben zu dienen, würden speziell zu dieser Ausstellung auch Führungen vom Arbeitskreis Stolpersteine angeboten. Erste Gruppen hätten sich angemeldet, auf weitere wie etwa Schulklassen Konfirmandengruppen und auch Gruppen von Lehrern hoffe er. Die Szenen aus dem Alltag der jüdischen Gemeinde in der Stadt, zu Verfolgung, Flucht, Deportation und auch Widerstand sind im RPI noch bis zum 10. April zu sehen. Das RPI ist montags bis freitags, 9 bis 18 Uhr, sonnabends und sonntags, 9 bis 12 Uhr, geöffnet. Gruppen, die Führungen durch die Ausstellung in Anspruch nehmen möchten, können sich unter den Telefonnummern (0 50 37) 13 89 oder (0 57 66) 81-152 anmelden. Für Dienstag, den 27. Januar, den Tag, an dem sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 70. Mal jährt, ist für 19.30 Uhr ein Vortrag von Christian Stäblein, Konventual-Studiendirektor des Predigerseminars im Kloster Loccum, mit dem Titel ‚Christsein nach Auschwitz’ geplant. Interessierten wird für 18.30 Uhr eine Führung durch die Ausstellung angeboten. Foto: jan

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