Detmold. Unter dem Motto "Spuren-Erinnern-Mahnen" steht die diesjährige Veranstaltungsreihe zum Holocaust-Gedenktag. Bereits am kommenden Freitag, 23. Januar, beginnt die Reihe mit einem Vortrag über das Werk und das Leben der jüdischen Autorin Else Ury. Sie zählte während des Nationalsozialismus zu den beliebtesten Autorinnen und wurde mit den Reihen "Nesthäkchen" und "Professors Zwillinge" bekannt. "Mir kann doch nichts geschehen" hatte Else Ury geglaubt, doch auch sie wurde im KZ ermordet. Die Politikwissenschaftlerin Marianne Brentzel beschreibt Else Ury als "unpolitische, konservative Frau des deutschen Bürgertums, die mit großer menschlicher Anteilnahme das Massenelend der Arbeitslosigkeit sah und im Sog der Massenbegeisterung Hitler für eine mögliche Lösung aus der tiefen Staatskrise hielt." Ury habe 1933 die Augen vor der politischen Wirklichkeit verschlossen. Der Vortrag mit Marianne Bretzel beginnt um 19.30 Uhr im Haus Münsterberg, Hornsche Straße 38. Ein Büchertisch der Stadtbücherei ergänzt die Veranstaltung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Lippe. Die zentrale Gedenkfeier zum Holocaust-Gedenktag findet am 27. Januar um 17 Uhr im Forum des August-Hermann-Francke-Gymnasiums an der Georgstraße 24 statt. Mehr dazu am Samstag in "Lippe aktuell".
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Vortrag über Else Ury
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