Kreis Lippe/Extertal. In Extertal sind in dieser Woche fünf Personen aus drei Familien an Masern erkrankt. Betroffen sind drei Kinder zwischen zwei und 17 Jahren sowie zwei Erwachsene. Dr. Helmut Günther vom Fachbereich "Gesundheit und Verbraucherschutz" mahnt zur Vorsicht, denn anders als landläufig häufig angenommen, sind Masern keine harmlose Kindererkrankung. "Es kann zu schwerwiegenden und langfristig wirkenden Komplikationen oder im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen", sagt Dr. Helmut Günther. Weiter weist er darauf hin, dass die Krankheit, die durch Viren verursacht wird und daher nicht durch Antibiotika behandelt werden kann, hoch ansteckend ist. Daher kontaktieren Dr. Günther und seine Mitarbeiter nun mehrere hundert Personen, die in der Schule oder auf der Arbeitsstelle Kontakt mit einem Mitglied der betroffenen Familien hatte. "Ziel ist es, diejenigen Personen herauszufiltern, die nicht geimpft sind oder nicht wissen, ob sie geimpft sind, und sich daher angesteckt haben könnten", so Dr. Günther. Bei Personen, bei denen keine Impfung nachgewiesen werden kann, müssen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, damit sie rechtzeitig behandelt werden können und die gefährliche Krankheit nicht weiter verbreiten. Besonders gefährdet sind bei einem Masernausbruch Kinder unter zehn Monaten, denn diese können noch nicht geimpft werden. Masern schwächen zudem vorübergehend das Abwehrsystem, sodass andere Erreger schlechter abgewehrt werden können. So können in Folge von Masern weitere Krankheiten auftreten wie Entzündungen des Mittelohrs, der Bronchien oder der Lunge. Das tückische an Masern ist, dass infizierte Personen bereits ansteckend sind, bevor der typische Hautausschlag zu sehen ist", erklärt Dr. Günther. Auch zeigen Infizierte nicht sofort Symptome, sondern können den Krankheitserreger bis zu 14 Tage in sich tragen, bevor die Krankheit ausbricht. Der Fachbereich Gesundheit und Verbraucherschutz des Kreises Lippe empfiehlt, den eigenen Impfstatus zu überprüfen. Gegen Masern geimpfte Personen können sich nicht anstecken. Bei akutem Erkrankungsverdacht sollte man umgehend den Hausarzt kontaktieren, sich wegen Infektionsgefahr aber vor dem Besuch der Praxis telefonisch anmelden. Nicht geimpfte Personen können sich jederzeit auch im Erwachsenenalter nachimpfen lassen. Bei erkrankten Personen führt eine Nachimpfung zu einem abgeschwächten Krankheitsverlauf.
Weitere Informationen sind erhältlich unter "www.infektionsschutz.de" oder unter der Auskunft des Fachbereichs "Gesundheit und Verbraucherschutz" (Rufnummer 05231 - 62233).