1. Lauter Pfeifen in der Werkstatt

    Katholiken besuchen Orgelwerkstatt in Hemmingen

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    RODENBERG (al). Voller Neugier auf die im kommenden Jahr vorgesehene Sanierung der Orgel ihrer Kirche haben Rodenberger Katholiken der Firma Hammer-Orgelbau in Hemmingen einen Besuch abgestattet. Das große Instrument in St. Mariä Himmelfahrt soll gründlich gereinigt, in Teilen ausgetauscht und neu gestimmt werden.

    "Hier gibt es aber viele Pfeifen in der Werkstatt!", war der erste Eindruck der Besucher, den Orgelbauer Georg Schloetmann schlagfertig konterte: "Ja, die mache ich hier alle rund!" Dann erklärte er, wie er Metallfolien um Rohre biegt, zusammenlötet und mit den entsprechenden Schlitzen versieht, bis tatsächlich in Handarbeit eine Pfeife entsteht. In jeder Orgel stecken viele hundert kleine und große Pfeifen aus Metall oder Holz. Der Bau einer solchen "Königin der Instrumente" dauert oftmals mehr als ein Jahr.

    Im Zeitalter von Kirchenschließungen ist ein Neubau jedoch zur Seltenheit geworden. Traditionsfirmen mussten deshalb schon Mitarbeiter entlassen. So habe sich der Schwerpunkt der Orgelbauer zu Renovierungen und Überarbeitungen bestehender Instrumente gewandelt. Auch diese Tätigkeit verlange viel Feingefühl, handwerkliches Geschick und ein gutes Gehör. Besonders stauten die Besucher über das aufwändige Stimmen des Instruments: Um einen Ton in der Höhe zu variieren, wird ähnlich wie beim Öffnen einer Konservenbüchse ein Metallstreifen der Pfeife über einen Stift verdreht. Damit wird jedoch die Pfeife für immer verändert. Schloetmann hält es daher für sinnvoller, eine Orgel in größeren Abständen vom dämpfenden Schmutz zu reinigen und so den Pfeifen ihren ursprünglichen Klang zurückzugeben. Foto: al/p.

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