1. Speisepilzzucht im Logistikpark?

    Europaweit erstes Projekt / Bürgerversammlung am Dienstag

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    LAUENAU (al). Am Ortsrand von Lauenau soll ein weiteres Großprojekt entstehen. Ein niederländischer Investor will am Rand des bisherigen Logistikparks eine Halle errichten, um dort Speisepilze zu züchten. Es ist das erste Vorhaben seiner Art in Europa.

    Bislang wachsen die Bodenfrüchte mit der Bezeichnung "Kräuterseitling" nur in Südkorea. Nun aber gibt es offenbar ein Verfahren, dass die klimatischen Verhältnisse für bestes Gedeihen auch anderweitig erzielt werden können. "Für die Umgebung nahezu geruchlos" sollen täglich bis zu 20 Tonnen Pilze mit einem Gewicht von 200 Gramm in 1,5 Liter großen Glasbehältern wachsen. Dafür soll eine 230 Meter lange und 30 Meter breite Halle mit einer Maximalhöhe von 20 Metern entstehen.

    Noch sind dafür aber die planungsrechtlichen Voraussetzungen nicht gegeben. Wie Gemeindedirektor Sven Janisch auf Anfrage mitteilte, müssten der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan erstellt werden. Es handelt sich um ein 6,7 Hektar großes Gelände in der Lauenauer Gemarkung südlich der bereits bestehenden Firmengebäude Casala und Deutsche Vermögensberatung. "Wir stehen durchaus hinter dem Investor", betonte Janisch, "aber er muss uns deutlich sagen, was er vorhat". Deshalb wurde für den kommenden Dienstag, 16. Dezember, um 19 Uhr im Bürgerhaus eine Bürgerversammlung einberufen, in der sich Interessierte über das Projekt informieren können.

    "Die öffentliche Beteiligung erfolgt auch deshalb zu einem sehr frühen Zeitpunkt, um Gerüchten vorzubeugen", teilte Janisch weiter mit. Die Gebäude-Dimension sei einer der Gründe. Zuletzt hatte die ungleich größere Edeka-Ansiedlung wiederholt Kritiker auf den Plan gerufen. Doch auch die betrieblichen Abläufe der Pilzzucht könnten Gegenstand von Fragen sein.

    Warum gerade Lauenau Sitz der europäischen Niederlassung werden soll, hat angeblich etwas mit der verkehrsgünstigen Lage direkt an der Autobahn zu tun. Außerdem sind Samtgemeinde Rodenberg und Landkreis Schaumburg dafür bekannt, bei Bedarf planungsrechtliche Voraussetzungen schnell realisieren zu können.

    Mit dem jetzt diskutierten Projekt, das in diesen Tagen im Lauenauer Verwaltungsausschuss beraten wurde, setzt die Samtgemeindeverwaltung auch Hoffnungen in eine weitere Belebung des lokalen Arbeitsmarkts: Nach Betreiberangaben sollen über hundert Beschäftigte erforderlich sein.

    Projektmanager Andre Treichel (Lindhorst) bestätigte inzwischen gegenüber dem Schaumburger Wochenblatt das Vorhaben des niederländischen Unternehmers SerHuibers (62), der 33 Millionen Euro investieren will. Ursprünglich war die Produktion gemeinsam mit koreanischen Investoren angedacht. Nun aber werde der niederländische Pilzfabrikausrüster "Panbo Systems" allein tätig. Nach Lauenau sollen weitere neun Fabriken folgen. SerHuibers hat nach eigenen Angaben in Jahrzehnten Erfahrungen mit der Pilzproduktion gesammelt.

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