WUNSTORF (tau). Die Schulpolitik der Stadt Wunstorf steht weiterhin in der Kritik. Insbesondere Schüler- und Elternvertreter monierten bei der Sitzung des Schulausschusses am Dienstagabend fehlende Transparenz und eine mangelnde Beteiligung ihrer Gremien. Besonders deutlich äußerte sich die Vertreterin des Stadtelternrates, Monika Bring-El Rasheid. Sie sprach von einem Skandal und sagte unter dem Applaus der zahlreichen Besucher, dass das gesetzlich festgeschriebene Mitwirkungsrecht von Eltern und Schülern durch die Stadt missachtet worden sei.
Informationen zur Zukunft des Schulzentrums Steinhude oder zu der künftigen Mittagsverpflegung am Hölty-Gymnasium würden gar nicht oder erst sehr spät mitgeteilt. Rechtzeitige Beratungen und eine Abgabe von Stellungnahmen wie im Schulgesetz vorgesehen, seien unter diesen Bedingungen kaum möglich. Dadurch steige der Frustfaktor und die Bereitschaft zu öffentlichen Protestaktionen, so Bring-El Rasheid.
Auf Druck von Eltern und Schülern legte die Verwaltung während der Sitzung eine aktualisierte Prognose der Schülerzahlen vor, auf deren Grundlage nun über die Zukunft des Schulzentrums Steinhude entschieden werden sollte. Die Widersprüche konnten damit aber nicht ausgeräumt werden. Schüler- und Elternvertreterin, die bei der Überprüfung der vorherigen Berechnung bereits Fehler festgestellt hatten, baten um mehr Zeit. Sie forderten den Schulausschuss auf, die Entscheidung über die Vorlagen zum Schulstandort Steinhude aufgrund von Verfahrensmängeln zu verschieben.
Für das Gymnasium Steinhude gelang dies einstimmig, für die aufsteigende Aufhebung der Graf-Wilhelm-Schule ab dem kommenden Schuljahr hingegen nicht. Hier stimmte der Ausschuss mehrheitlich für den Vorschlag der Verwaltung. Am kommenden Mittwoch tagt der Rat auch zum Thema Schulpolitik. Vorher will die Initiative für den Erhalt des Schulzentrums Steinhude demonstrieren. Treffpunkt ist um 16 Uhr vor C&A.