1. Hilfe für pflegende Angehörige

    Das Pilotprojekt "Pflegebegleiter" ist angelaufen

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    Lemgo (ur). Wenn plötzlich ein Angehöriger pflegebedürftig wird, sind viele Menschen überfordert – physisch und psychisch. Um dem entgegenzuwirken und die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu fördern hat das Land NRW ein Pilotprojekt gestartet, welches Unternehmen die Möglichkeit bietet, ihre Mitarbeiter zu stärken und zu unterstützen. 23 Mitarbeiter Lemgoer Unternehmen und Institutionen lassen sich zum "Pflegebegleiter" ausbilden, um ihre Kollegen zu beraten, wenn deren Angehörige zu Pflegefällen werden.

    Markus Neese macht Ausbildung zum "Pflegebegleiter" mit. Er hat die schwierige Situation der Pflege von Angehörigen selbst durchlebt. Das Wissen um die entstehenden Probleme und das Bedürfnis anderen zu helfen haben den 45-Jährigen dazu bewogen, die Ausbildung zu machen.

    Ein Pflegebegleiter ist ein psychosozialer Begleiter für andere Mitarbeiter im Unternehmen deren Angehörige zu Pflegefällen werden. Er ist Ansprechpartner, wenn Fragen oder Probleme auftauchen. Er hilft nicht nur bei arbeitsrechtlichen Fragen, sondern sucht gemeinsam mit dem pflegenden Angehörigen nach Lösungen, wenn dieser sich überfordert fühlt. An wen kann man sich wenden, um Unterstützung zu bekommen? Welche rechtlichen Möglichkeiten gibt es? Gibt es Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber?

    Gemeinsam mit seinen 23 Mitstreitern hat Markus Neese in einer ersten Blockveranstaltung den Status des "Pflegelotsen" erreicht. Bislang haben die angehenden Pflegebegleiter etwas über die rechtlichen Rahmenbedingungen erfahren und Informationen zu Anlaufstellen und Beratungswegen erhalten und das Ganze anhand von realen Fallbeispielen vertieft. "Hier lernt man, auch wenn bereits Erfahrungen mit der Pflege vorhanden sind, wo es die besten Informationen gibt", erläutert Markus Neese vom Kommunalen Rechenzentrum (Krz) in Lemgo das neu Gelernte. "Es gibt so viele unterschiedliche Stellen, von denen man Informationen erhalten kann und an die man als Betroffener gar nicht denkt, da ist es schon gut, wenn es jemanden gibt, der das sammeln und situationentsprechend gefiltert weitergeben kann", fügt der Rechnungsprüfer hinzu. Am Ende des ersten Wochenendseminars haben alle Beteiligten von der Evangelischen Gemeindestiftung Lippe einen so genannten "Pflegekoffer" erhalten, in dem sie die vielen unterschiedlichen Informationen sammeln und sortieren können.

    Beim nächsten Kurs geht es um die Befähigung zum "Pflegenetzwerker". Dort erfahren sie, wie man die erlernten Informationen ins Unternehmen transportiert, wie man die richtigen Ansprechpartner findet, was man anbietet und vor allem: wie. Markus Neese freut sich bereits auf die nächsten, weiterführenden Kurse, ist er doch im Krz bereits von einigen seiner über 200 Kollegen auf die Thematik angesprochen worden.

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an