Oerlinghausen/Kreis Lippe. Jochen Nadolski-Voigt ist neuer Leiter der Flüchtlingsunterkunft Oerlinghausen. Der 60-jährige Sozialarbeiter wurde jetzt als Nachfolger von Matthias Schröder vorgestellt. Der Regionalvorstand der Johanniter in den Kreisen Lippe und Höxter hatte die Unterkunft in der ehemaligen Hellweg-Klinik in ihrer Startphase seit Ende September persönlich mit großem Engagement geleitet und wird sich nun wieder verstärkt seinen vielfältigen Aufgaben als Regionalvorstand der Johanniter widmen können. Nadolski-Voigt war vor seiner Arbeit bei den Johannitern viele Jahre in der sozialen Arbeit mit Kinder und Jugendlichen, Migranten und Aussiedlern tätig und leitete zuletzt bei der Diakonie einen Dienstleistungsbereich. Auf seine neue Aufgabe freut sich der erfahrene Sozialarbeiter: "Ich habe hier bei meinem Amtsantritt hervorragende Bedingungen vorgefunden. Nun gilt es, die Unterkunft im Auftrag der Bezirksregierung Arnsberg Schritt für Schritt weiter auszubauen und das Team dementsprechend zu vergrößern."
Mit der "Stabübergabe" sieht Matthias Schröder die Startphase des Flüchtlingsunterkunftbetriebs als abgeschlossen. "Unsere Ehrenamtlichen haben sich hier beim Aufbau des Hauses und bei der Betreuung der Flüchtlinge in den ersten Wochen in über 4.000 Arbeitsstunden engagiert. Das ist absolut großartig. Jede Woche kommen jetzt noch weitere 250 Stunden hinzu", erklärte Schröder . Mittlerweile hat man in Oerlinghausen 25 hauptamtliche Stellen geschaffen. "In unserem Team arbeiten Sozialarbeiter und -pädagoginnen, Erzieherinnen und Betreuer, die meisten mehrsprachig und aus Oerlinghausen und Umgebung", sagte Jochen Nadolski-Voigt.
Neuestes Element der Betreuung ist ein Kindermalkurs, der von Erzieherinnen und ehrenamtlichen Kräften gemeinsam angeboten wird. Dabei können die Kinder im Alter von zwei bis zwölf Jahren mit bunten Farben auf Leinwänden malen. Die Bilder werden später in der Unterkunft ausgehängt, sodass die Räume und Flure nun Stück für Stück bunter und freundlicher werden - und zugleich ein Zeichen sind für die kulturelle Vielfalt der Kinder, die aus ihrer Heimat vor Krieg und Gewalt fliehen mussten.
Mit knapp einer halben Million Fördermitgliedern und rund 10 000 ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern ist die Johanniter-Unfall-Hilfe die größte christliche Hilfsorganisation in Nordrhein-Westfalen. Der Regionalverband Lippe-Höxter zählt mit seinen knapp 300 Mitarbeitern in Haupt- und Ehrenamt und Standorten in Bad Salzuflen, Beverungen, Blomberg, Detmold, Lage und Oerlinghausen zu den großen evangelisch geprägten Arbeitgebern in den Kreisen Lippe und Höxter. Neben den Aufgaben im Rettungsdienst und Katastrophenschutz ist er Träger der Jugendhilfe, betreibt zwei Kindertageseinrichtungen und drei offene Ganztagsgrundschulen.
