Kreis Lippe (nr). Ab 1. Januar 2015 werden die Gemeinden Leopoldshöhe, Dörentrup, Kalletal und Augustdorf die Strom- und Gasnetze wieder in kommunale Hände legen. Als neue Chance für Kunden, Kommunen und Stadtwerke hat ein Konsortium aus den Stadtwerken Lemgo, Bad Salzuflen, Detmold und Rinteln das Energienetzwerk für 45 Millionen Euro erworben und dessen Betrieb der neu gegründeten Tochtergesellschaft "Stadtwerke Lippe-Weser Service GmbH & Co. KG" als Dienstleister übergeben.
Der Zusammenschluss soll Synergien heben, also effizienter und wettbewerbsfähiger werden. Als "wichtige Rekommunalisierung" bezeichnete Gerhard Schemmel, Bürgermeister von Leopoldshöhe den Schritt in die energetische Eigenverantwortlichkeit der Gemeinden. Seit 2009 hatten die beteiligten Kommunen auf die verschiedenen Ziele hingearbeitet, um zukunftssichere Arbeitsplätze und Aufträge für heimische Handwerker und Dienstleister zu sichern, Steuern und Abgaben in der Region zu halten und das wichtige Thema Klimaschutz greifbarer und umsetzbarer zu gestalten. Auch für die Kunden berge die kommunale Verantwortlichkeit positive Effekte. Die beteiligten Stadtwerke sehen die Nähe zum Kunden als großen Vorteil. "Die Kunden haben direkte Ansprechpartner, ohne in endlos Warteschleifen der großen Konzerne gefangen zu sein", so Volker Stammer von den Stadtwerken Bad Salzuflen. So könnten auch Energieberatung und Fördermöglichkeiten kundennah erfolgen.
Ändern wird sich für Kunden kaum etwas. Bestehende Verträge laufen weiter. Die verschiedenen Stadtwerke bieten allerdings über ein anderes Tochterunternehmen, die "Stadtwerkenergie Ostwestfalen-Lippe" Strom aus der Region an, der in Blockheizkraftwerken erzeugt wird und ebenfalls klimaneutrales Erdgas unter dem Produkt "Jürgen". "Das sind der Nachhaltigkeit entsprechende Produkte", erörterte Eva-Susanne Ellminger (Stadtwerke Detmold).
Die kommunalen Energieversorger streben an, von der Produktion, der Verteilung über die Netze bis zur Vermarktung alle Schritte in der Region zu belassen und so auch die Wirtschaftlichkeit zu steigern. Um sich um rund 50. 000 Einwohner der vier Gemeinden zu kümmern, wurden einige Mitarbeiter des ehemaligen Netzwerkbetreibers und etliche neue Mitarbeiter eingestellt", wie Arnd Oberscheven von den Stadtwerken Lemgo betonte.
45 Millionen Euro hat das Konsortium aus den verschiedenen Stadtwerken für Strom- und Gasleitungen und rund 200.000 Zählern an die Westfalen Weser Energie (vormals E.ON Westfalen-Weser und Elektrizitätswerk Wesertal) gezahlt. Das seien die Zahlen für den Wert der Netze als Anlagevermögen", so Arnd Oberscheven. Die Konzessionen sind über einen Zeitraum von 20 Jahren gültig, danach sind die Netze wieder für den freien Wettbewerb offen. Eine Neuerung wird die technische Zuständigkeit sein. Bei Störungen ist ab Januar die kostenlose Notfallhotline der "Stadtwerke Lippe-Weser Service GmbH & Co. KG" unter der Telefonnummer 0800 – 9808510 rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr zu erreichen. Auch die Ablesung der Strom- und Gaszähler, sowie Hausanschlüsse und Netzzugänge für Erneuerbare-Energie-Anlagen werden zukünftig durch die "Stadtwerke Lippe-Weser Service GmbH & Co. KG" durchgeführt. Nähere Informationen gibt es unter "www.stadtwerke-lippe-weser.de" und "www.stadtwerkenergie.de".
