LOCCUM (jan). Ein 51,32 Meter hoher Turm aus Büchern steht rund 4.000 übereinander gestapelten Ein-Euro-Stücken gegenüber. Dieses Ergebnis hat es zum Bergfest der Wette um die Büchertürme gegeben, die der Rotary-Club Rehburg-Loccum am Kloster gegen Kinder aus der Stadt eingegangen ist. "Wir wollten das Lesen ein bisschen mehr in den Mittelpunkt rücken", erklärte Ute Grolms vom Rehburg-Loccumer Familien-Servicebüro den Beweggrund der Stadt, die Wette um die Büchertürme zu koordinieren. Das habe bislang einige Ergebnisse eingebracht. Während Kinder aus der Stadt aufgefordert sind, Bücher zu lesen und aus der Höhe der Buchrücken einen imaginären Turm zu bauen, der bis an die Spitze des Dachreiters der Loccumer Klosterkirche reichen soll – immerhin 56 Meter – sammelt der Rotary-Club je Zentimeter Dachreiterhöhe einen Euro ein. Wer zuerst an der Spitze anlangt, hat gewonnen.
Dass nun die Kinder vorne liegen und die Wette anscheinend gewinnen werden, freute alle Beteiligten beim ‚Bunten Bücherabend’, in der Loccumer Buchhandlung Schumacher, denn schließlich sollte Leseförderung das Ziel sein. In Schulen, Büchereien und auch ganz privat haben die Kinder messen lassen, was sie zuvor lasen. Positiv überrascht sei er, dass sein Club die Wette wohl verlieren werde, sagt Klaus Horst. Ute Grolms regte an, dass nach dem Ende dieser Wette gerne weitere Türme in Kooperation mit Rotary erlesen werden könnten. Und Burkhard Jonck, Lehrer an der Oberschule Loccum, erzählte begeistert davon, wie viele Leser er in seiner Schule entdeckt habe und wie viele durch die Wette animiert wurden, sich doch mal ein Buch vorzunehmen.
Bücher spielten an diesem Abend ebenfalls eine Rolle – sowohl Horst als auch Grolms und Jonck stellten jeweils eines ihrer liebsten Lesewerke vor. Eine Premiere gab es anschließend von Derek Meister. Der Autor aus Münchehagen, der auch Mitglied des Rotary-Clubs ist, gab einen allerersten Einblick in seinen neuen Thriller ‚Der Jungfrauenmacher’, der erst im folgenden Sommer erscheinen wird. Zwei Leichen auf den ersten zwölf Seiten und das sei noch lange nicht das Ende der Fahnenstange – so stellte er sein Buch als mörderisch-blutiges Lesevergnügen vor.
Erreicht hat der Rotary-Club mit diesem Abend, dass es im Sparschwein auf dem Weg zum Ende der Wette nicht klingelte, dafür aber umso häufiger raschelte. Auch wenn der Abend den Club kräftig voran brachte, dürfte er es aber dennoch nicht mehr schaffen, die Rehburg-Loccumer Kinder auf den letzten Metern zu überholen. Das gesammelte Geld wird der weiteren Leseförderung in Rehburg-Loccum zur Verfügung gestellt.Foto: jan
