REHBURG-LOCCUM (jan). Mit der Einrichtung von Bildungshäusern will die Stadt Rehburg-Loccum auf den demografischen Wandel reagieren. Kindertagesstätten und Grundschulen unter ein Dach zu bringen ist der Vorschlag, den die Verwaltung dem Schulausschuss vorgestellt hat.
Statistiken haben das Bild der ersten Hälfte des Vortrags von Matthias Struckmeyer geprägt. Der Stellvertreter des Bürgermeisters ist gut vorbereitet in den Schulausschuss gegangen. Die Quintessenz daraus ist, dass es immer weniger Kinder in der Stadt gibt – innerhalb der vergangenen 20 Jahre hat sich deren Anzahl nahezu halbiert und ein Ende dieses Trends scheint noch nicht in Sicht. Dem müsse mit einer Veränderung des Betreuungsangebots begegnet werden, ist sein Fazit. Kurz reißt er die Möglichkeit an, die Grundschule in Münchehagen zu schließen und den Unterricht für die ersten bis vierten Klassen auf Rehburg zu konzentrieren oder aber Gruppen in den Kindergärten Loccum und Münchehagen zu schließen. Das sei die eine Möglichkeit.
Die zweite Möglichkeit sei die Einrichtung von so genannten Bildungshäusern, in denen Kindertagesstätten und Grundschulen unter einem Dach zusammen kämen. Auf die pädagogischen Chancen, die sich daraus ergeben, geht er ein, zeigt auf, wie es um die Bausubstanz mancher Kindergärten bestellt ist, und führt aus, dass bereits in diesem Jahr einige Kapazitäten in den städtischen Kindergärten frei geblieben sind. Eine Tendenz, die sich verstärken werde und dazu führe, dass in wenigen Jahren auf bis zu vier Kindergartengruppen verzichtet werden könne.
Als Bildungshaus würden sich beide Grundschulen anbieten, sagt Struckmeyer. In Münchehagen könne der Kindergarten Littlefoot zum Schuljahr 2016/2017 in die Schule überwechseln. Die Räume des Kindergartens seien in keinem allzu guten Zustand, die Schule werde immer weniger Schüler haben – so könnten beide profitieren. In Rehburg sehe es ähnlich aus. Der direkt gegenüber der Schule gelegene Kindergarten ‚Spielwiese’ müsse für viel Geld saniert werden. Und da die Förderschule, die sich das Gebäude mit der Grundschule teile, ohnehin zum Schuljahr 2018/2019 geschlossen werde, könne dieser Gebäudetrakt gut als Kindergarten genutzt werden.
An den zweiten Rehburger Kindergarten, den ‚Wirbelwind’, solle nicht gerührt werden. Ebenso bleibe der Loccumer ‚Uhlenbusch’ bestehen. Dort gehe die Planung allerdings dahin, die Integrationsgruppe aufzulösen, da kein ausreichender Bedarf vorhanden sei, und stattdessen eine Gruppe einzurichten, die auch Kinder unter drei Jahren aufnehme. Eine weitere Veränderung in der Kindergartenlandschaft werde sich für Bad Rehburg ergeben. Vor rund zehn Jahren habe dort die Lebenshilfe Nienburg die Trägerschaft von der Stadt übernommen – und wolle sie im kommenden Jahr an die Stadt zurückgeben. An dem integrativen Charakter des Kindergartens werde das nichts ändern, sagte Struckmeyer.
Grundsätzlich stimmte der Schulausschuss den Plänen zu. Corinna May, Rektorin der Grundschule Rehburg, wandte lediglich ein, dass sie sich den Prozess, wie in den Sitzungen zuvor vereinbart, ergebnisoffener erhofft habe. Das, sagte Struckmeyer, sei geplant, weshalb der Beschluss auch lediglich laute, dass die Einrichtung von Bildungshäusern angestrebt sei. Ein extern moderierter Prozess, bei dem die Loccumer Heimvolkshochschule wie auch die Landesschulbehörde als Moderatoren im Gespräch seien, solle angeschoben werden, sobald der Rat der Stadt zugestimmt habe.