Augustdorf. Kinderkino, Ausflug ins Ishara oder zum "Tanz für Toleranz" – nach einer kurzen Pause im Sommer hat das Programm im "Funkenflug" wieder an Fahrt aufgenommen. Dafür sorgt ein neues Team um Ralf Thesmann, der dem Jugendtreff erhalten blieb.
Kleine Anfangsschwierigkeiten – so berichtete Thesmann, dass das Jugendzentrum einige Wochen ohne Telefonanschuss dastand – sind überwunden. Bewährte Angebote wie der Mädchen- und Kindertag werden unter Leitung von Alina Klöcking fortgeführt. Die Bielefelderin war zuvor im Jugendzentrum "Stricker" in Brackwede tätig und widmet sich vorwiegend der Mädchen- und Kinderarbeit.
Ins Haus zurückgekehrt sind die zwischenzeitlich abgewanderten Gitarren- und Fitnessgruppen. Weiter geht es auch mit dem Matheclub, einem Nachhilfeangebot für Schüler ab Klasse 5. "Ausbauen wollen wir zum Beispiel das Bewerbungstraining", erläutert Thesmann. Zum Thema Übergang Schule-Beruf sei mit Unterstützung einer Honorarkraft ein größeres Projekt in Planung.
Neu ist bei alledem der Träger: Die Jugendarbeit in Augustdorf obliegt seit September dem Verein "Jugendsiedlung Heidehaus", der neben dem Jugendzentrum der Kirchengemeinde auch die Straßensozialarbeit der Gemeinde übernommen hat. "Das ist die große Neuerung", erklärt Jerome Köhler, Leiter der Jugendsiedlung. Eine wichtige Rolle kommt dabei den dezentralen Treffpunkte wie dem Freibadraum und dem benachbarten Volleyballfeld zu. "Die sind charakteristisch für einen langgezogenen Ort wie Augustdorf", so Köhler. Ralf Thesmann möchte außerdem das Feldhaus reaktivieren: "Es hat sich bereits eine Gruppe gebildet, die das Haus wieder herrichten und nutzen möchte." Nach einer Probephase sollen die jungen Erwachsenen die Nutzung möglichst eigenständig regeln. Betreut werden sie vorerst von Kai Bartkowiak, der sich mit Thesmann um die aufsuchende Jugendarbeit kümmert, im Jugendcafé als Ansprechpartner bereit steht und beim Midnightball zugegen ist. Unterstützt wird das Team von Magdalena Reinbach, die nach vielen Jahren als Honorarkraft nun ein Freiwilliges Soziales Jahr im "Funkenflug" absolviert. Sie unterstützt unter anderem die mobile Spielplatzarbeit, die Thesmann im kommenden Jahr wiederbeleben möchte: "Damit locken wie Kinder ins Jugendzentrum." Neue Ideen kommen aber nicht nur vom Team, auch die Besucher des Jugendzentrums können Vorschläge unterbreiten und haben ein Mitspracherecht. Im November fand die Hausratswahl statt, bei der verschiedenen Besuchergruppen ihre Vertreter wählen konnten. "So kann man sich zum Sprachrohr der Besucherschaft machen und am allgemeinen Geschehen teilnehmen. Partizipation wird hier großgeschrieben", erklärt Reinbach. Und auch am Gemeindeleben nimmt das Jugendzentrum teil: Beim Weihnachtsmarkt am 6. und 7. Dezember ist das "Haus Funkenflug" mit einem Stand vertreten.
