1. Licht und Schatten: Baustelle Mittelstraße

    Im Zuge der Erneuerung des Kanals soll die Mittelstraße umgestaltet werden

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    Lemgo (ag). Eine große Baumaßnahme im Herzen der Stadt steht bevor. Die Kanalisation unterhalb der Mittelstraße muss erneuert werden. In einer Pressekonferenz am Montag verwies Bürgermeister Dr. Reiner Austermann aber darauf, dass die Bauarbeiten auch eine große Chance für die Stadt seien: Wenn der Bodenbelag wegen der Arbeiten am Kanal sowieso entfernt werden müsse, "wäre es verrückt, das alte Pflaster wieder hinzulegen", so Dr. Reiner Austermann.

    Nun steht die Stadt also vor zwei großen Herausforderungen: die Attraktivität der Einkaufsstraße auch während der Zeit der Bauarbeiten zu erhalten und dazu noch ein stimmiges und bezahlbares Konzept für die Neugestaltung der Mittelstraße zu finden, dass ein Großteil der Lemgoer Bevölkerung mitträgt.

    Die Baumaßnahme kann sich bis 2018 hinziehen, denn im Zuge der Kanalbaumaßnahmen werden wohl auch die Leitungen und Kabel der Fernwärme-, Strom- und Wasserversorgung, wie auch Telefonkabel erneuert, umgelegt oder ausgetauscht. Genaue Daten und Planungen gibt es derzeit noch nicht. Die Gespräche mit den Versorgern stehen noch aus. Während der Bauzeit sollen die Folgen für die Einzelhändler und Besucher der historischen Innenstadt in jedem Fall so gering wie möglich gehalten werden. "Fußläufig werden die Geschäfte in der Regel immer erreichbar sein", so der mit dem Kanalbau beauftragte Diplom-Ingenieur Hartmut Stücken von der SM Ingenieurplan GmbH.

    Und wie soll die neue Mittelstraße aussehen? Auch das ist noch unklar. Bei der Planung wird es aber nicht nur um den Bodenbelag gehen, sondern um ein Gesamtkonzept, das zum Beispiel auch die Lichtplanung einschließt. Das Planungsbüro der Architektin Anke Deeken soll zusammen mit den Lemgoern eine Neugestaltung erarbeiten. Eine starke Bürgerbeteiligung ist den Verantwortlichen der Stadt sehr wichtig, damit sich später möglichst viele Bürger mit der neugestalteten Einkaufsmeile wohlfühlen.

    Im nächsten halben Jahr soll deshalb eine intensive und breite Diskussion zum Thema erfolgen. Am 21. Januar 2015 wird es einen ersten öffentlichen Informationsabend geben. Die Wünsche und Bedenken der Bürger sollen – soweit möglich – vom Planungsbüro in den Planungsprozess einbezogen werden. Runde Tische mit Vertretern der Bürgerschaft, des Einzelhandels und der Politik werden eine Planungswerkstatt vorbereiten, welche im März 2015 durchgeführt wird und die Gestaltungsleitlinien hervorbringen soll, die dann in die Arbeit der Architekten einfließen. Ein breiter Konsens soll bei der zweiten öffentlichen Informationsveranstaltung am 20. Mai 2015 bereits erreicht sein.

    Für den ersten Bauabschnitt, der 481.000 Euro kosten wird, ist eine Förderung des Landes NRW in Höhe von von 70 Prozent bereits bewilligt.

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