Augustdorf (cp). Die Gemeinde hat das Pfarrerwohnhaus der katholischen Kirchengemeinde angemietet, um dort künftig Asylbewerber unterzubringen. Am Donnerstag wurden die Verträge unterschrieben. Die Kirche stellt das Gebäude zunächst für zwei Jahre mietfrei zur Verfügung.
Die Kriege und Krisen rund um den Globus lassen auch Augustdorf nicht unberührt: Immer mehr Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten mussten, leben mittlerweile in der Sennegemeinde. "Die Zahl der Asylbewerber, die die Gemeinde Augustdorf unterzubringen hat, ist in diesem Jahr stark gestiegen", erklärt Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf: Waren es im vergangenen Jahr noch etwa 20 Flüchtlinge, sind es nun bereits doppelt so viele. "Gerade erst haben wir den 40. Flüchtling aufgenommen, er stammt aus Syrien", berichtet Jörg Pambor, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales. Derzeit sind 30 Asylbewerber im Übergangswohnheim untergebracht, weitere leben in zwei Wohnungen, die die Gemeinde in der Siedlung "Am Dören" angemietet hat. Weil weiterer Platz benötigt wird, hatte sich der Bürgermeister hilfesuchend an die katholische Kirche gewandt. Das Pfarrerwohnhaus neben der katholischen Kirche stand schon seit geraumer Zeit leer, sollte eigentlich abgerissen werden. Ein Glücksfall für die Gemeinde, den nun dient es als neue Flüchtlingsunterkunft. Künftig können hier bis zu zwölf Asylbewerber wohnen.
Wann diese kommen, weiß auch die Gemeinde nicht im Voraus. "Die Bezirksregierung Arnsberg weist die Personen sehr kurzfristig zu, so dass jederzeit mit neuen Asylbewerbern zu rechnen ist", erklärt der Bürgermeister und Pambor verdeutlicht: "Teilweise müssen Personen innerhalb von 24 Stunden untergebracht und mit einer Erstausstattung versorgt werden. Die Reaktionszeit ist kurz, das ist machmal schwierig."
Dennoch sei die Gemeinde bemüht, die Flüchtlinge vernünftig unterzubringen, betont Pambor. Das Pfarrerwohnhauses ist bereits einzugsbereit: Möbel sind vor Ort, die Heizung wurde repariert, einige Schönheitsreparaturen erledigt.
Etwa 10.000 Euro hat die Gemeinde in die Renovierung investiert, hinzu kommen Bewirtschaftungs- und Unterhaltungskosten.
Außerdem will die Gemeinde einen Hausmeister anstellen, um die Verwaltung bei der Betreuung der Wohnheime zu entlasten. Sollten auch die neuen Plätze nicht ausreichen, denkt die Verwaltung bereits über Alternativen nach. "Wohnmodule wären eine Lösung", so Pambor.