1. Saison der Vertrauenssachen

    Spielzeit 2014/15 am Stadttheater Bielefeld

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    Bielefeld (kh/la). Unter den Begriff "Vertrauen" hat das Theater Bielefeld seine Spielzeit 2014/15 gestellt. "Überall um uns herum ist das Vertrauen in die Grundfesten unseres sozialen Lebens in Gefahr. Es gibt kaum noch einen Ort, an dem man sich sicher fühlen kann. Dinge, die bisher selbstverständlich schienen, werden durch Affären, Lügen und Machtmissbrauch in Frage gestellt. Vertrauensbrüche finden sich in Politik, bei Institutionen und im sozialen Umfeld", heißt es dazu in einer Presseinformation des Theaters. Und weiter: "Wem können wir heute noch vertrauen?" Sowohl Klassiker als auch moderne zeitgenössischen Werke aus Schauspiel, Musiktheater und Tanz laden ein, diesem Thema nachzuspüren. "Welchen Wert hat ein Leben?" – die Frage nach der Verletzlichkeit des Daseins eint alle Schauspielstücke in der kommenden Spielzeit. Es sind zerbrechliche Helden, die das Theater auf die Bühne bringt: Johann Wolfgang von Goethes "Die Leiden des jungen Werthers" stehen ebenso auf dem Programm wie Friedrich Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame" und Gerhard Hauptmanns "Die Ratten". Jonas Lüscher erzählt im Frühling der Barbaren wie dünn die Decke der Zivilisation ist und was passiert, wenn sie plötzlich reißt. William Shakespeare ist mit "Othello" vertreten. Darüber hinaus ist unter anderem Paul Austers Körperbiographie "Winterjournal"zu sehen, Erik Gedeons Songdrama "Ewig jung" oder der "Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand". In "kontroverse Welten" lockt das Musiktheater: Gottesfürchtige Bürgerschaft versus mörderische Freiheit in "Bonnie and Clyde", bedingungslose Liebe versus den eigenen Augenblick leben in "Madama Butterfly", grelle Selbstdarstellung versus persönliche Entwicklung in "La Cenerentola", Familienfehde versus unausweichliche Zuneigung in "Romeo und Julia auf dem Dorfe", Sein oder Nichtsein in "Hamlet", vereinsamende Nostalgie versus Party- und sich selbst feiernde Filmindustrie sowie Sehnsucht versus Sucht in "Sunset Boulevard", gesellschaftliche Akzeptanz versus Bekenntnis zur Amoral in "Tannhäuser" und Herrscherallüre versus hilflose Liebe in "Xerxes", schreibt das Theater. Die Oper "Xerxes" von Georg Friedrich Händel werde zudem speziell auf Jugendliche zugeschnitten und in einer Kurzvariante für Kinder aufgeführt. Die Uraufführung "Bieletopia" in Kooperation mit dem "Fonds Experimentelles Musiktheater", die sich mit der Zukunft der Stadt und Visionen des Zusammenlebens befasst, rundet den Spielplan mit Blick ins 21. Jahrhundert ab. Mit "Peer Gynt" startet das Tanztheater in die nächste Spielzeit. Unter der künstlerischen Leitung von Gregor Zöllig feiert diese Sparte 2015 zudem ihr zehnjähriges Bestehen. "Anlass genug, ehemalige Weggefährten einzuladen und ein Fest in Form einer Gala mit Beiträgen ehemaliger Tänzer und Choreographen sowie Szenen aus den beliebtesten Tanzstücken der vergangenen zehn Jahre zu feiern", heißt es. Ein Gastchoreograph und drei Zeitsprung-Projekte, die sich thematisch an die Stücke des Tanztheaters anlehnen, komplettieren den Jubiläums-Spielplan, der in diesem Jahr ausschließlich aus Uraufführungen besteht. Das vollständige Programm sowie weitere Informationen gibt es auf der Internetpräsenz des Theaters:

    www.theater-bielefeld.de.

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