Bad Salzuflen (la/rk). »An den Ufern der Wolga« ist der Titel des Konzerts, mit dem die Original Wolga-Kosaken am Dienstag, 26. August, 19.30 Uhr, in der katholischen Liebfrauenkirche, Grabenstraße, zu hören sein werden. Seitdem im Jahr 1924 zum ersten Mal außerhalb Russlands ein Kosakenchor seine Lieder präsentierte, hat diese Musik Menschen auf der ganzen Welt fasziniert und begeistert. Flüchtlinge, die dem Schrecken der Revolution und seinen Folgen in der Sowjetunion entkommen konnten, gründeten im Exil Chöre, die die Gesänge ihrer orthodoxen Kirche und die Volkslieder ihrer Heimat vor dem Vergessen bewahrten und sich damit ein wichtiges Stück Heimat in der Fremde schufen. Einer dieser großen Chöre war der 1933 im Exil gegründete Wolga-Kosaken-Chor, der seitdem ununterbrochen auf den Bühnen und in den Kirchen Europas Gastspiele gab. Eine Besonderheit bis heute: Die Wolga-Kosaken sind die einzigen, die seit jeher ihr Publikum nicht nur durch die eindrucksvolle Kraft ihrer Stimmen, sondern auch durch die virtuose Beherrschung der typisch russischen Instrumente – Balalaika, Dombra und Bajan – zu begeistern wussten.
In den 70er-Jahren wurde der große Chor zu einem Ensemble umgebildet, das musikalisch von Alexander Petrow geleitet wird. Er wird auch mit erklärenden Worten in deutscher Sprache durch das Programm führen. Das Konzertprogramm beinhaltet sowohl Werke von Nicolai Rimski-Korsakow, Dmitri Bortnjanski, Gavriil Lomaken, Aleksei Lwow und anderen, als auch das volkstümliche russische Liedgut, wie Abendglocken, Das einsame Glöckchen, Die zwölf Räuber, Stenka Rasin. Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf an der Theaterkasse im Kurgastzentrum, Parkstraße 20 (Telefon 05222/183200), im Reisebüro Lotto/Toto am Salzhof, Lange Straße 29 (Telefon 05222/959983), in der Thalia-Buchhandlung, Lange Straße 63 (Telefon 05222/8060037) und in der Buchhandlung Schade, Am Markt 24 (Telefon 05222/4694). Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Konzertbeginn. Zur Geschichte der Kosaken: Im 15. Jahrhundert schlossen sich an Dnjpr und Don und in der Ukraine freiheitsliebende Bauern zusammen und formierten kampfstarke Reiterscharen zum Schutz der von raubenden und mordenden Tatarenhorden bedrohten südlichen Gebiete Russlands. Sie bildeten eigenständige Gemeinden, in denen ihre besonderen Sitten und Bräuche galten. Während der Revolution von 1917 und im darauf folgenden Bürgerkrieg wurden die Kosaken, die fast ausnahmslos auf Seiten der Weißen kämpften, von den Roten gnadenlos vertrieben und verfolgt. Schließlich mussten sie sich der Übermacht beugen und schlugen sich zur Krim durch, wo die weißrussische Flotte lag. So entkamen viele Kosaken mit ihren Familien in die Türkei. Während des 2. Weltkriegs setzten die Kosaken ihre Hoffnung auf die Deutsche Wehrmacht. Es schlossen sich mehr als 20.000 im Exil lebende Kosaken dem neu geschaffenen Kosakenkorps unter dem Befehl des Oberst von Pannwitz an und kämpften auf deutscher Seite gegen die Sowjetunion, um so die Heimat zu befreien. Nach der Kapitulation ergaben sich die Kosaken mit ihren Frauen und Kindern den Westalliierten, wurden aber von diesen – unter Bruch der Genfer Konvention – an die UdSSR ausgeliefert. Wer nicht sofort erschossen wurde, musste sich dem langen Marsch nach Sibirien in Verzweiflung, Elend und Tod anschließen.