1. In kleinen Schritten zum Ziel

    10 Jahre Beschäftigungsprojekt "Wasser im Fluss" in Lippe

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    Kreis Lippe/Detmold. Mit einer Feierstunde im Orbker Hof haben Beteiligte des Projektes "Wasser im Fluss" im Beisein zahlreicher Ehrengäste und Unternehmensvertreter das 10jährige Bestehen der erfolgreichen Beschäftigungsmaßnahme gefeiert. Insgesamt konnten in den zehn Jahren 360 Einzelmaßnahmen umgesetzt werden. Als Projektträger und Personaldienstleister steht für die AGA die soziale, beschäftigungspolitische Seite des Vorhabens an erster Stelle. 462 Mitbürger wurden in das Projekt eingebunden, fanden verantwortungs- und sinnvolle Arbeit, auch bei Wind und Wetter. 14 Prozent davon gelang mit qualifizierender Unterstützung der Sprung zurück auf den ersten Arbeitsmarkt, wie der AGA-Vereinsvorsitzende Dr. Lucas Heumann in seiner Begrüßungsansprache anerkennend feststellte.

    Bis 2027 verlangte die EU-Wasserrahmenrichtlinie von jedem Mitgliedsland unter anderem die Renaturierung der Fließgewässer. Grund sind Bausünden und Eingriffe in die natürlichen Wasserläufe in der Vergangenheit. Allein im Kreis Lippe sind rund 430 km Bach- und Flussläufe betroffen. Die angeordneten Maßnahmen bedeuten einen Kraftakt, so Bürgermeister Friedrich Ehlert (Dörentrup), den keine Kommune allein stemmen könnte.

    Die beiden Aspekte Beschäftigungspolitik und Ökologie gehen bei "Wasser im Fluss" nun eine glückliche und effektive Symbiose ein, stellt Dr. Ute Röder als Vertreterin des Landrates in ihrer Festrede heraus. Heute sind nun alle 16 Kommunen des Kreises Lippe Projektpartner.

    Doch sie stehen nicht allein, denn das Regierungspräsidium, der Kreis Lippe, die Arbeitsverwaltung in Detmold sowie das Managementteam in der AGA leisten wirkungsvolle Unterstützung. Beginnend 2004 bildete sich so ein eingespieltes Netzwerk und die guten interkommunalen Beziehungen garantieren einen unbürokratischen Projektlauf.

    Ostwestfalen und besonders der Kreis Lippe seien bei Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie mithilfe der Integration von Langzeitarbeitslosen und im Rahmen der Bürgerarbeit beispielgebend für Nordrhein-Westfalen, hebt Gernot Berghahn bei seinen Glückwünschen namens der Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl

    hervor. Drei Projekte laufen derzeit in der Region. Allein für "Wasser im Fluss" wurden bisher 3,8 Mio. Euro aufgewendet, davon kommen 80 Prozent aus Fördertöpfen – vor allem aus Mitteln der Wasserwirtschaft. Personalkosten wiederum trägt die Arbeitsverwaltung.

    Die beste Nachricht: Das Land wird das Vorhaben weiter unterstützen und hat umfangreiche Mittel für die Zukunft zugesagt. Auch das spricht für das Engagement aller Beteiligten, denn rein betriebswirtschaftlich sind alternative Aufwendungen in Form von ALG bzw. Hartz 4 für den Steuerzahler weniger belastend, wie Heinz Thiele als Chef der Arbeitsverwaltung Detmold nicht ohne Hintergedanken formuliert.

    Denn die üblichen Lohnersatzleistungen wögen den gesamtgesellschaftlichen Gewinn solcher Beschäftigungsvorhaben wie "Wasser im Fluss" niemals auf. Kommen doch so bei der AGA benachteiligte Mitbürger zu einer geregelten Arbeit, einem Leben in Würde, und werden Flüsse, Uferräume, Gewässerpflanzen und -tiere wieder zu einem natürlichen Biotop und lebenswerten Erholungsraum – wovon wir alle profitieren.

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