1. Lernen und Arbeiten auf Augenhöhe

    Projekt zur Inklusion bei Arbeit und Ausbildung der Stiftung Eben-Ezer

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    Lemgo (ur). Schule und Inklusion, wird in der Öffentlichkeit häufig thematisiert – mit der Inklusion am Arbeitsplatz befasst man sich allerdings nur selten.

    Um das zu ändern, plant die Stiftung Eben-Ezer seit 18 Monaten ein Projekt, in dem es nicht um Schule und Bildung, sondern um Arbeit und Ausbildung geht. Menschen mit und ohne Behinderung sollen sich auf Augenhöhe begegnen, um gemeinsam zu arbeiten und zu lernen.

    Junge Leute, die bei Eben-Ezer in der Werkstatt für Behinderte arbeiten, sollen im Rahmen einer "Selbstwirksamkeitserfahrung" an einem Bauprojekt teilnehmen, bei dem schnelle Erfolge sichtbar sind. Dort sollen die Geduld und das Interesse gefördert und eine bessere berufliche Ausbildungsperspektive erlangt werden.

    Welche Form das Bauprojekt letztendlich haben wird, soll im Rahmen einer Konzepterstellung noch gemeinsam festgelegt werden. Für die Verlaufs- und Planungsaktivitäten des Projekts stellte die "Aktion Mensch" bislang 15.000 Euro zur Verfügung.

    In dieser ersten Phase der Konzepterstellung werden Interessierte gesucht, die an diesem besonderen Projekt mitarbeiten möchten. Bereits zugesagt haben ein Mittelalterverein, zwei Lemgoer Betriebe im Bereich Altbausanierung und das Ziegeleimuseum. Benötigt werden aber noch viele Mitstreiter ohne Berührungsängste, seien es Firmen, Schüler, Studenten, Vereine, Menschen mit und ohne Behinderungen und Unterstützer in Politik, Kommune oder Kreis, die mit Rat und Tat oder Ideen in das Projekt einsteigen wollen. Es geht um handwerkliche Arbeiten, fachliche Beratung und Begleitung sowie Dokumentation und Präsentation.

    Wenn das Team steht werden auf einer Versammlung mit allen gemeinsam die Rahmenparameter hinsichtlich des zu verwirklichenden Objekts, der Form und der Ausprägung der Mitarbeit aller Beteiligter festgelegt. Dann erst kann ein Antrag auf weitere Förderung bei der "Aktion Mensch" gestellt werden.

    Knapp 18 Monate sind seit dem ersten Gedanken bislang vergangen. In dieser Planungszeit ist in einem ersten Versuch ein kleines Gerätehaus auf dem Gelände der Stiftung entstanden.

    Nahezu alles bis auf die Dachpfannen wurde selbst gefertigt, von den Lehmziegeln über die Holzbalken und die für die Befestigung notwendigen Zargen und Zapfen bis zu den Fensterrahmen. "Toll war, selbst etwas Beständiges zu schaffen und zu sehen, wie es schnell wächst", so Stefan Truglitza aus der Werkstatt für Behinderte.

    Der Bau ist beispielhaft für die Möglichkeiten und Herausforderungen, die die Beteiligten erwarten wenn das "richtige" Projekt beginnt. Wichtig ist den Organisatoren der Stiftung Eben-Ezer, dass die Fördergelder für etwas Nützliches und gesellschaftlich Relevantes verwendet werden.

    Voraussichtlicher Beginn des Bauprojekts wird dann im Frühjahr nächsten Jahres sein. Interessierte können sich an den Projektleiter Bruno Rischmüller-Affeldt unter der Telefonnummer (05261) 215 320 wenden.

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