Das Fest diente wie in der Vorjahren dazu, auf die Protestaktionen am 1. und 2. August gegen den Neonazi-Aufmarsch in Bad Nenndorf einzustimmen. Landrat Jörg Farr, Schirmherr der Veranstaltung, hielt in seiner Rede fest: "Dies ist auch ein politisches Fest. Wir zeigen, dass wir als bürgerliche Gesellschaft keinen Platz in unserer Mitte sehen für Intoleranz und Ausgrenzung." Veranstalter und Teilnehmer würden ein Zeichen setzen für die Integration von Migranten, von Menschen mit Behinderungen und das Miteinander der Generationen. Es sei richtig, gegen den Neonazi-Aufmarsch zu protestieren. Die abnehmende Zahl der rechtsextremen Marschierer sei als Erfolg zu werten. Der kreative, bunte, laute und friedliche Protest erweise sich als wirksam, so Farr. Die stellvertretende Bürgermeisterin Christine Cronjäger unterstrich die Ausführungen Farrs. Es gelte für das "zarte Pflänzchen Demokratie" immer wieder aufs Neue einzutreten.
Viel Musik und Tanz gaben den Besuchern einen bunten Eindruck vom kulturellen Miteinander. Indische Tänze, ein Auftritt des Musical-Ensembles "The Batz", die Big Band des Gymnasiums, die "Bad Nenndorf Boys", ein Chor der Schlaffhorst-Andersen-Schule und viele weitere Vorführungen begeisterten das Publikum. Ähnlich abwechslungsreich war das kulinarische Angebot. Deutsche Bratwurst, Lahmacun und Grill-Leckereien des alevitischen Kulturvereins Stadthagen sowie Gebäck der jüdischen Gemeinde Bad Nenndorf standen für die Hungrigen bereit. Eine ganze Reihe verschiedener Spielmöglichkeiten unterhielt die Kinder. Die Gruppe "Stricken gegen Rechts" präsentierte einige ihrer Arbeiten. Besonders auffällig war ein in knalligen Farben gestaltetes Tipi. Auch dieses soll am 2. August ein buntes Zeichen gegen den braunen Aufmarsch setzen.Foto: bb
