HOHNHORST (jl). Mit handgemachter Musik hat sich die Familienband "Scheufler & Scheufler" direkt in die Herzen der Hohnhorster gesungen. Mit einem deutschsprachigen Programm aus Folk, Balladen und Blues gastierte der Liedermacher Lutz Scheufler aus Sachsen gleich mit drei seiner Söhne in der Martins-Kirche.
Authentisch und griffig präsentierte er ein Repertoire, das von Gott und der Welt erzählt. Immer dabei: eine Botschaft zwischen den Liedzeilen. So singt er in dem Stück "Jeder Tag mit Gott macht Sinn" davon, dass es jemanden gibt, der den "rollenden Stein" aufhalten und aus einem "morschen Baum" noch etwas Schönes wachsen lassen kann. "Der Glaube an Gott ist die Bereicherung überhaupt", sagte Scheufler, der sich mit 15 Jahren zum christlichen Glauben bekannt hat. An diesen sollten vor allem junge Menschen herangeführt werden. Denn nicht immer sei es die "böse Jugend", die etwa im Knast landet; häufig hätten andere die Gleise dafür gelegt.
Neben lyrischen Balladen und einem vertonten Gedicht gab das sächsische Familienquartett auch Blues zum Besten, welcher "nicht nur Musikstil, sondern auch Lebensgefühl ist". So schrieb er unter dem Eindruck seiner Konzerte im Gefängnis den Titel "Angekommen im Knast", der melancholisch von Kummer, Krankheit, Arbeitslosigkeit, Gefängnis und Sterben erzählt.
Denn Gefängniszellen begegneten einem täglich. Eine beschränkende Zelle müsse nicht gleich der Knast sein, verdeutlichte der Sänger, für manchen sei sie die Einsamkeit, Krankheit oder Arbeitslosigkeit. Ein Thema des Abends war auch die Liebe, der "Treibstoff fürs Leben". Sein Leben so zu gestalten, dass man Liebe bekommt, sei auf Dauer anstrengend, kündigte der Evangelist das nächste Werk zum Mitsingen – oder "Mitmeißeln" wie er es formulierte – an. Richtig wäre zu sagen: "Ich lebe, weil ich geliebt werde."
Neben den eigenen Stücken gab es auch "Solang Du in Dir selber nicht zu Hause bist" des österreichischen Sängers und Komponisten Peter Horton zu hören – ein "weggefundener" Titel, wie Scheufler schmunzelnd erklärte, hinter dem er aber hundertprozentig stehe und der damit "fast von mir wäre". Die Botschaft hier: Statt mit nichts zufrieden zu sein, sollten man sich daran erfreuen, "was uns Gott jeden Tag schenkt und gönnt".
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