RINTELN (ste). Es ist ein trüber, nasser Morgen als sich Entlang des Wirtschaftsweges, der parallel zur Bundesstraße 238 verläuft, ein Amphibienschützer des NABU Rinteln entlang des Schutzzaunes auf den Weg macht, die eingegrabenen Eimer zu inspizieren. Mit einem Griff holt er ein großes Erdkröten-Weibchen heraus. Auch der nächste Eimer ist nicht leer. Allerdings muss man schon genau hinschauen, um die beiden kleinen und gut getarnten Fadenmolche zu entdecken. In der Nacht zuvor herrschte reger Wanderbetrieb an den Amphibienzäunen. Mit etwas über 800 gesammelten Tieren haben sich die Zahlen gegenüber dem Vorjahr stabil gehalten, jedoch gibt es innerhalb der Zäune an der Arensburg und am Waldkater Unterschiede: An der Arensburg sind insgesamt 376 Tiere zu den Hexenteichen befördert worden. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl jedoch um 161 Amphibien zurückgegangen. "Vor allem die Zahl der Kammmolche ist auf lediglich drei Exemplare zurückgegangen", bemerkt Kathy Büscher. Im Vorjahr waren es noch über 30 Tiere. Die Gründe hierfür können vielschichtig sein. Eine unerlaubte Entnahme von Wildtieren kommt hier ebenso in Frage wie eine Veränderung des Winterlebensraumes. Am Waldkater hingegen hat sich die Zahl der Amphibien dagegen von 218 im Jahr 2013 auf 384 erhöht. Insbesondere die gefundenen Bergmolche haben zugenommen. An der Grafensteinerhöhe sind die Zahlen ähnlich niedrig wie im Vorjahr: Mit nur 78 Amphibien während der sechswöchigen Wander- und Sammelzeit fällt hier die Bilanz schlecht aus. Als Grund konnte der Verlust von Laichgewässern ausgemacht werden. "Dank Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Schaumburg sind wir nun in Besitz eines Stoffzaunes, welcher vor allem die Molche am Überklettern der Barriere hindert. In der Vergangenheit hatten wir trotz Aufstellen der Zäune das Problem, dass Amphibien auf die Straße gelangt waren", wie Büscher erläutert.
Foto: privat
