RINTELN (km). Der Kinderschutzbund hat jetzt ein Maßnahme gestartet, die Teenager aus Rinteln und Umgebung in ihrer persönlichen Entwicklung stärken soll. Grundgedanke des Projektes "Coaches für Teenager" ist es, dass Frauen und Männer auf freiwilliger Basis jeweils einen Rintelner Teenager über einen Zeitraum von mehreren Jahren ehrenamtlich begleiten und ihn dabei in seiner persönlichen Entwicklung unterstützen.
Susanne Meyer erläuterte jetzt, welche Voraussetzungen Ehrenamtliche mitbringen sollten. "Der Coach ist ein ganz normaler Mensch," so die Projektleiterin, "der mit beiden Beinen im Leben steht, über eine gewisse Lebenserfahrung verfügt, eigene Werte vertritt und vorlebt." Er sei interessiert an verlässlichen Beziehungen mit jungen Menschen, besitze die Offenheit, sich auf deren Vorstellungen und Lebenswelt einzulassen, ohne deren Identität zu bewerten oder zu verurteilen.
Pädagogische Vorkenntnisse seien nicht erforderlich. Voraussetzung für die Tätigkeit sei jedoch die Bereitschaft zur Vorbereitung durch spezielle Schulungen, zur Reflektion der eigenen Rolle und zu Erfahrungsaustausch mit den anderen Coaches. Spezifizierte Susanne Meyer: "Der Coach versteht sich als Ergänzung von Elternhaus und Schule, achtet auf Nähe und Distanz und findet sensibel heraus, wie eine Begleitung oder Unterstützung konkret aussehen könnte."
Das Konzept für das Projekt hat Martina Platen vom Kinderschutzbund entwickelt. Die Leiterin der "Spiel- und Lernstube" wies auf zwei weitere wichtige Gesichtspunkte hin: "Die Coaches für Teenager arbeiten niederschwellig und sind kein Ersatz für Maßnahmen der Jugendhilfe. Grundlegende Botschaft des Coaches an den Teenager sollte sein: Ich bin für dich da! Ich interessiere mich für dich, ich höre zu, ich nehme dich ernst mit deinen Ängsten, Sorgen und Fragen. Ich glaube, dass ganz viel in dir steckt und ich möchte dir helfen, das zu entdecken". -
Mit Einverständnis der Eltern sollen sich die Erwachsenen ein- bis zwei Mal pro Woche mit den Mädchen oder Jungen treffen. Was das "Tandem" dann gemeinsam unternimmt, hängt von den Interessen und Bedürfnissen der Teenager ab. Für manche Jugendliche wird es wichtig sein, einen offenen und zugewandten Zuhörer zu finden. Andere werden sich freuen, wenn ihr Coach etwas Schönes mit ihnen unternimmt oder wenn sie - zum Beispiel in Fragen der beruflichen Zukunft - auf die Berufs- und Lebenserfahrung ihres Begleiters oder ihrer Begleiterin zurück greifen können. Auch ganz alltagspraktische Dinge wie das Reparieren eines Fahrrades, die Unterstützung beim Lernen auf eine Arbeit oder einfach nur gemeinsames Backen und Kochen können zum Zuge kommen.
Das Projekt "Coaches für Teenies" ist einerseits eine Erweiterung des Hort-Angebotes der "Spiel- und Lernstube", richtet sich andererseits aber auch an andere Mädchen und Jungen ab 12 Jahren, die in ihrem sozialen und familiären Umfeld keine ausreichenden Entwicklungschancen vorfinden. "Diese jungen Menschen haben das Bedürfnis, verstanden zu werden und sie brauchen Menschen, an deren Werten sie sich orientieren können," so Projektleiterin Susanne Meyer, die ab sofort Männer und Frauen sucht, die dazu bereit sind, sich unvoreingenommen und wertschätzend auf die Lebenswelt von Teenagern einzulassen. Bei einer ersten Schulung sollen die Interessenten bereits im Juli auf ihre Aufgabe vorbereitet. Als feste Ansprechpartnerin bringt Susanne Meyer die Mädchen und Jungen mit den Erwachsenen zusammen und begleitet die Teams über die gesamte Laufzeit der Tandembeziehung.
Interessierte können sich unter 05751/917437 an den Kinderschutzbund wenden und erfahren dann in einem ausführlichen Gespräch mit Susanne Meyer, was sie zu dem Projekt wissen müssen, wie die Schulung ablaufen wird und wie sie ihre persönlichen Erfahrungen im Projekt einbringen können. Foto: km
