RINTELN (ste). Die Mobilität hat für das Leben in Rintelns Ortsteilen schon immer eine große Bedeutung. Die Versorgung mit Lebensmitteln, eine medizinische Versorgung, der Besuch der Schule oder Freizeit- und Kulturangebote sind oft mit einem Fahrweg in die Stadt verbunden. Gerade in kleinen Ortsteilen sind die Menschen schon lange vom Auto, dem Fahrrad oder einem Linienbus abhängig. Was macht die Mobilität gerade heute so problematisch? Es ist der demografische Wandel der Einfluss auf die eigene Mobilität hat. In den Ortsteilen leben meist mehr ältere Menschen. Einige besitzen keinen Führerschein oder Auto, andere trauen sich das Autofahren nicht mehr zu oder sind körperlich nicht mehr in der Lage. Damit steigt durch den demografischen Wandel der Bedarf an alternativen Mobilitätsangeboten, wie dem Linienbus. Allerdings finanziert sich dieser vorrangig durch den Schülerverkehr. Darum richtet sich die Fahrzeit meist nach den Schulzeiten. Der Linienbus macht gerade älteren Menschen nur eingeschränkt mobil. Als Ergänzung zum Linienbus gibt es alternative Mobilitätsangebote für die Stadt Rinteln. Das Anruf-Sammel-Taxi (AST), der TaxiBus, das Seniorentaxi und das Fifty-Fifty-Taxi. Das AST ist ein Angebot für alle Rintelner. Das Taxi fährt Montag bis Freitag nach 19 Uhr, Samstag nach 13 Uhr und Sonn- und Feiertag nach 9 Uhr. Das AST kostet je nach Zone 2,50 bis 4 Euro. Die Fahrt startet immer von einer Bushaltestelle im Ort und endet an einer gewünschten Adresse. Dafür muss eine Zielbushaltestelle bei der Bestellung angegeben werden. In der Praxis funktioniert das so: Der Fahrgast ruft eine Stunde vor der gewünschten Abfahrt bei der Mobilitätszentrale Lippe (05261/6673950) an. Dort gibt er die Abfahrzeit an sowie die Bushaltestellen der Abfahrt und der Ankunft. Möchte ein Bürger aus Hohenrode beispielsweise am Samstag das Kino besuchen, bestellt er ein AST um 19.25 Uhr von einer Bushaltestelle im Ort und gibt als Fahrziel die Bushaltestelle Pferdemarkt in Rinteln an. Auf Wunsch endet die Fahrt direkt vor dem Kino. Ein AST für den Rückweg kann direkt mitbestellt werden oder erst eine Stunde vor der gewünschten Abfahrtzeit. Der TaxiBus ist ein Mobilitätsangebot des Busverkehrs Ostwestfalen. Der Bus ist 30 Minuten vor der gewünschten Abfahrt telefonisch anzumelden (05231/977681) und bedient die Bushaltestellen Am Schnatbach, Gut Dankersen, Glashütte, Harmonie, Weserbrücke, Pferdemarkt, Bünte Brücke und Bahnhof zu bestimmten Fahrzeiten.
Das Seniorentaxi ist ein Mobilitätsangebot für Rintelner ab 65 Jahre und für Menschen jeden Alters ab 50 Prozent Behinderung. In Form von Wertbons über 2,50 Euro wird ein Teil der regulären Taxikosten durch den Landkreis übernommen. Die berechtigten Rintelner erhalten zehn Bons pro Jahr. Das Seniorentaxi kann Montag bis Freitag ab 18 Uhr, Samstag ab 14 Uhr und Sonntag ganztägig genutzt werden. Das Angebot gilt bis 6 Uhr früh am Folgetag. Voraussetzung für die Nutzung ist eine Berechtigungskarte, der Antrag für die Berechtigungskarte ist im Bürgerbüro und im Internet verfügbar (www.schaumburg.de/senioren-taxi). Vergleichbar zum Seniorentaxi bietet das Fifty-Fifty-Taxi jungen Rintelnern zwischen 16 und 25 Jahren eine vergünstigte Taxifahrt an. Die Wertbons von 2,50 Euro sind Freitag und Samstag ab 23 Uhr und bis zum nächsten Morgen um 6 Uhr einlösbar. Außerdem an den Abenden vor gesetzlichen Feiertagen ab 23 Uhr bis 6 Uhr des Folgetages. Die Antragstellung und Bonnutzung funktioniert wie beim Seniorentaxi nur zu anderen Fahrzeiten. Das alternative Mobilitätsangebot ist umfangreich. Trotzdem gibt es gerade in der Woche in einigen Ortsteilen Zeitfenster in denen kein Linienbus und kein alternatives Mobilitätsangebot zur Verfügung stehen. Die Bürger ohne eigenes Auto sind dann auf mobile Angehörige angewiesen. Diese leben im demografischen Wandel immer seltener mit im Ort. Ein Bürgerbus stellt ein weiteres alternatives Mobilitätsangebot dar, über das die Stadt Rinteln am 10. Juli informiert. Das Mobilitätsangebot wird durch einen Bürgerbus Verein und die Bürgerschaft getragen. Finden sich am 10. Juli viele engagierte Rintelner, unterstützt die Demografiebeauftragte mit einem Workshop bei der konzeptionellen Umsetzung.
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