1. Starke Zahlen und trotzdem Kritik

    Neues Bonussystem bevorzugt Mitglieder mit intensiven Geschäftsbeziehungen zur Volksbank in Schaumburg

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    RINTELN (ste). Die Zahlen der Volksbank in Schaumburg sind prächtig, die Erfolge trotz Finanzkrise in Europa können sich sehen lassen und als Dividende hatte der Vorstand für die Mitgliedsscheine der 22.537 Mitglieder immerhin sechs Prozent angeregt; dennoch blies dem Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von Dr. Uwe Homeyer kräftig Wind einiger Mitglieder ins Gesicht. Die Gewinnausschüttung spiegele nicht das Ergebnis wider, so die Meinung von immerhin 28 der 229 anwesenden Mitglieder, die sich für die Ausschüttung von acht Prozent Dividende bei der Abstimmung aussprachen. 201 Mitglieder fanden die sechs Prozent in Ordnung, zumal Vorstand Joachim Schorling darum warb, die Bank durch mehr Rücklagen zu stärken.

    Und dann war da noch das neue Bonussystem, das ab dem kommenden Jahr Mitglieder bevorzugt, die nicht nur Anteile ihrer Volksbank besitzen, sondern auch intensiv Geschäfte mit ihr pflegen. Geldeingänge, Kredite, Altersvorsorge und mehr werden in einem Punktesystem bewertet und dementsprechend werden die Dividenden entweder steigen, oder - bei Mitgliedern ohne diese Geschäfte - bis auf einen durch die Vertreterversammlung fixierten Sockelzins sinken. Das empfanden insbesondere die ungerecht, die beispielsweise für andere (beispielsweise Enkelkinder) Anteile der Volksbank gekauft haben. Im kommende Jahr wird dieses System erneut auf den Prüfstand gestellt und dann müssen die Mitglieder sich entscheiden, ob es dabei bleiben wird.

    Eine Abfuhr gab es von der Vertreterversammlung für die Anhebung des Höchstalters bei Aufsichtsratsmitgliedern. Auch künftig bleibt es bei den in der Satzung festgelegten 65 Jahren statt der beantragten 67 Jahre. Und dann war das noch die überaus couragierte Miriam Ledig. Bei der Wahl zum Aufsichtsrat brachte sie sich selbst ins Spiel und trat überraschend gegen Dr. Uwe Homeyer, Hagen Bokeloh und Heinrich Steege-Strüve an. Mit 106 Stimmen wurde sie zwar nicht gewählt, erzielte aber einen Achtungserfolg.

    Den Vorstand und den Aufsichtsrat trafen die Entscheidungen der Vertreter eher unvorbereitet in Zeiten, in denen es der Volksbank in Schaumburg so richtig gut geht und sie erstmals mit der Bilanzsumme die Milliardengrenze überschritt. "Die Kunden vertrauen ihrer Bank", stellte Joachim Schorling fest und Dr. Uwe Homeyer freute sich gleich zu Beginn der Versammlung: "Was für ein Jahr!"

    Denn durch das Wanken und Schwanken einiger Großbanken hat sich die Meinung über die Genossenschaften grundlegend geändert. Was früher als verstaubt und verschlafen galt, ist heute eine im wahrsten Sinne des Wortes "sichere Bank": "Seit über 80 Jahren hat es noch nie eine Insolvenz und somit Eigenkapitalverlust einer Volksbank in Deutschland gegeben!"

    Und Schorling, der sich klar als "Finanzpartner vor Ort" positionierte, freute sich: "Eine Kreditklemme hat es nicht und wird es bei uns nicht geben!" Schon heute wird die Volksbank den abgestuften Stressanforderungen von 2019 gerecht.

    Foto: ste

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