RINTELN (km). Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren war das Thema eines informativen Nachmittags bei der Senioren-Union im Hotel "Stadt Kassel". Als Referent hatten die Veranstalter Matthias Wehrung gewinnen können.
Der Rintelner Studienrat und Historiker skizzierte dabei zunächst ein umfassendes Bild über die politischen Ursachen (Revanche- und Machtgelüste der europäischen Großmächte Russland, Österreich-Ungarn, Frankreich und Deutschland) sowie die Initialzündung durch die Ermordung des österreichischen Thronfolgers im Juni 1914 in Sarajevo.
Auf den Schlachtfeldern, rekapitulierte Wehrung, seien schließlich 15 Millionen Menschen gestorben, und die Zahl der Verwundeten sei noch viel höher gewesen.
"Die bedingungslose Kapitulation des Kaiserreichs," so der Referent, "und am Ende der Vertrag mit den irrsinnigen Reparationsforderungen an den Verlierer führten letztlich auch zum Erblühen des Nationalsozialismus mit der großen Katastrophe des Zweiten Weltkrieges."
Auf die Frage nach der Schuld am Ersten Weltkrieg befand Matthias Wehrung, dass letztlich alle großen Mächte daran beteiligt gewesen seien: Eine Alleinschuld Deutschlands sei abzulehnen, wobei sich der Referent auf "namhafte deutsche und internationale Historiker" bezog - speziell auf den erst kürzlich erschienen Bestseller "Die Schlafwandler" des australischen Professors Christopher Clark.
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