1. Kraftpaket mit 910 PS unter der Haube

    Finanzminister drückt den Startknopf für Blockheizkraftwerk in der Therme

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    BAD NENNDORF (pd). Auch wenn das Gerät den zahlreichen Besuchern der Landgrafentherme verborgen bleibt, hat das neue Blockheizkraftwerk doch direkte Auswirkungen auf das Badevergnügen. Denn dank der modernen Technik kann nicht nur viel Energie beim Aufheizen des Solewassers gespart werden. Überschüssiger Strom wird ins öffentliche Netz gespeist. Die besondere Bedeutung der

    480 000 Euro teuren Investition unterstrich der niedersächsische Finanzminister Peter-Jürgen Schneider mit seiner Anwesenheit bei der offiziellen Inbetriebnahme der Anlage im Keller der Therme. Bei den Zahlen, die den Gästen dieser Einweihung vorgelegt wurden, imponierte vor allem eine: Beim Motor handelt es sich um einen 12-Zylinder V-Form, der immerhin 910 PS Leistung schafft.

    Elektrizität und Wärme liefert das Blockheizkraftwerk. Bevor der Finanzminister das Wort ergriff, ging der Geschäftsführer des Niedersächsischen Staatsbades, Hartmut Ammann, kurz auf die Entwicklung des Bades ein. Dieses war 1973 als Thermalsolebad in Betrieb genommen worden, heute kann es als Wellness-Oase mit großer Saunalandschaft punkten. Seit 2006 arbeitet die Therme mit einer eigenen Heizungsanlage, die jetzt durch das Blockheizkraftwerk ergänzt wird. Die Anlage arbeitet mit einer Leistungsabgabe von 240 Kilowatt elektrisch und 375 Kilowatt thermisch. Wie der Leiter des Staatlichen Baumanagements Weser-Leine unterstrich, stuft seine Behörde die neue Anlage als "kleinere Maßnahme" ein.

    Mit dem Heizkraftwerk könne die Energiebilanz erheblich verbessert werden, so Peter Bröker weiter. Das Kernstück ist der große Motor mit zwei Kesseln. Bei einer Laufzeit von 7000 Stunden pro Jahr sollen 2,6 Millionen Kilowattstunden Wärme und 1,6 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Dies entspricht dem jährlichen Energiebedarf von rund 300 modernen Einfamilienhäusern. Die Umwelt profitiert außerdem durch die Reduzierung der CO2 Emissionen um 1050 Tonnen pro Jahr. Ganz ohne Strom von außen kommt die Therme aber auch weiterhin nicht aus. Bei Vollbetrieb muss zugespeist werden. Dafür gibt die Anlage zu bestimmten Tageszeiten Strom ins öffentliche Netz ab.

    Der Minister wertet die Anschaffung als "rentierliche Investition". Man habe damit etwas für die Umwelt getan und bringe die Landgrafentherme weiter voran. Das Geld stammt aus einem Sondervermögen, das unter anderem dafür verwendet wird, die eigenen Immobilien und Betriebe energieeffizienter auszustatten. Bröker geht davon aus, dass sich die Kosten binnen vier Jahren amortisiert haben, denn die berechnete Energieeinsparung liegt bei rund 127 000 Euro pro Jahr.

    Bürgermeisterin Gudrun Olk, die zusammen mit dem Finanzminister den roten Startknopf betätigen durfte, konnte sich nach den Ausführungen von Schneider einen kurzen Seitenhieb nicht verkneifen.

    Die Stadt wäre froh gewesen, wenn das Land Niedersachsen bereits vor der Teilkommunalisierung im Jahr 2005 die Notwendigkeit gesehen hätte, ihre Gebäude in der Kurstadt in Bezug auf die Energieeinsparung zu sanieren. Dann wäre Bad Nenndorf in den Jahren danach bis heute viele Investitionen erspart geblieben. Foto: pd

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