1. Feggendorfer fühlen sich schlecht informiert

    Windpark-Pläne im Visier /

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    FEGGENDORF (pd). Die Bürger von Feggendorf sind momentan nicht gut auf die Verwaltung zu sprechen. Grund dafür ist eine Änderung des Flächennutzungsplanes (FNP), die nach Auffassung von kritischen Bürgern den Weg frei macht für einen groß angelegten Windpark in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Laut Aussage von Samtgemeindebürgermeister Uwe Heilmann gebe es aber überhaupt keine Bestrebungen in diese Richtung. "Windkraft kann nur im Konsens mit dem Bürger umgesetzt werden", beschreibt es Nicole Wehner in einem Anschreiben an die Redaktion dieser Zeitung. Sie und ihre Mitstreiter fühlen sich über den bisherigen Verlauf der Pläne rund um die Änderung des FNP unzureichend informiert. In einem offenen Brief an Heilmann formulieren die Kritiker ihre Bedenken. Bei einer Bürgerversammlung vor zwei Wochen waren 150 Personen anwesend, die sich in einer Unterschriftenliste eingetragen haben. Nach dem Kenntnisstand der Initiative gebe es Überlegungen, im Erholungsgebiet "Großer Deister" Flächen für einen neuen Windpark auszuweisen. Der geplante Bereich würde bei Realisierung erhebliche negative Auswirkungen auf den Naherholungsbereich haben. Bei einer Fläche von rund 38 Hektar könnten dort zwischen sechs und zehn Windräder aufgestellt werden. Es sei unbestritten, so die Absender des offenen Briefes weiter, dass solche Einrichtungen mit einer "störenden Geräuschkulisse" einhergehen würden, die gesundheitsrelevante Auswirkungen haben könnten. "Wir haben in unserem Dorf bereits die Schallemissionen der A 2 zu ertragen, eine weitere Lärm- sowie Infraschallbelastung ist nicht hinzunehmen", formulieren sie. Sie wollen aus dem Rathaus wissen, ob man dort in Erwägung gezogen habe, dass der geplante Windpark sowohl die mögliche bauliche Entwicklung verhindern würde, als auch ein erheblicher Störfaktor für das vorhandene Baugebiet "Felsenkeller" sein werde. Der Feggendorfer Sportplatz werde durch den geringen Abstand von nur etwa 350 Metern massiv durch die Windräder gestört werden, lautet ein weiteres Gegenargument.

    Die Kritiker wünschen, dass die planerischen Überlegungen zu diesem Projekt in einer öffentlichen Bürgerversammlung detailliert vorgestellt und sie dazu persönlich eingeladen werden.

    Aus dem Rathaus kam prompt eine Antwort zu dem Schreiben. "Die Samtgemeinde Rodenberg betreibt kein Verfahren, um Windkraftanlagen im Samtgemeindegebiet anzusiedeln", schreibt Heilmann. Vor dem Hintergrund, dass die Bundesregierung die Energiewende ausgerufen habe und Windparks ausdrücklich erwünscht wären, würde der bisherige FNP, der die Begrenzung von Windkraftanlagen zum Inhalt hat, einer rechtlichen Prüfung nicht mehr standhalten.

    Der Kommune blieben nur zwei Alternative: Nichts tun und abwarten oder ein neuer FNP. In einer öffentlichen Veranstaltung im Januar seien im Zuge einer vorzeitigen Bürgerbeteiligung die Planungsgrundlagen für neue Flächen vorgestellt worden. Der Entwurf soll voraussichtlich im September im Rahmen einer öffentlichen Bauausschuss-Sitzung der Samtgemeinde Rodenberg vorgestellt werden. Man betreibe keine Ansiedlung eines Windparks, weil man sich das Umsetzen der Energiewende auch anders vorstellen könne. "Wir sorgen aber dafür, dass ein sauberes und objektives Planverfahren stattfindet und lassen uns von keiner Interessengruppe unter Druck setzen", bekräftigt Heilmann ausdrücklich.

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