LANDKREIS (em). "Das Handwerk ist gut ins neue Jahr gestartet" – Das machte Handwerkskammerhauptgeschäftsführer Jans-Paul Ernsting bei der Vorlage des aktuellen Konjunkturberichts deutlich. "Die aktuelle Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer Hannover zeigt eine gute Geschäftslagebeurteilung von 62 Indexpunkten im Gesamthandwerk bei einer insgesamt positiven Auftragsentwicklung", erklärte er. Allerdings seien die Umsätze in mehr als jedem zehnten der befragten Betriebe zurückgegangen. Trotzdem sei die Kapazitätsauslastung zufriedenstellend, der Preisüberwälzungsgrad habe sich deutlich verbessert und die Investitionstätigkeit habe an negativer Dynamik verloren. Erfreulich sei auch, dass in per saldo drei Prozent der Betriebe die Beschäftigtenzahl erhöht worden sei.
Die Handwerksbetriebe im Kammerbezirk schauen überwiegend optimistisch in die Zukunft und erwarten eine weitere konjunkturelle Aufhellung.
Die Prognosen hinsichtlich des weiteren Geschäftsverlaufes sind gegenüber den Prognosen des Vorjahresquartals deutlich nach oben korrigiert. Das Bauhandwerk erwartet angesichts eine bessere Auftragslage. Dies gilt insbesondere für die Straßenbauer. Dünnere Auftragsbücher erwartet keine Branche.
Die Beschäftigtenzahl im Gesamthandwerk wird vor dem Hintergrund des erwarteten Auftragsplus nochmals zunehmen. So plant nahezu jeder vierte Betrieb des Nahrungsmittelhandwerks und jeder zehnte Betrieb des Kraftfahrzeughandwerks Neueinstellungen. Nur die Gesundheitshandwerke werden nach eigenen Angaben Personal abbauen. Die Investitionsneigung bleibt allerdings negativ. 31 Prozent der befragten Betriebe werden ihre Investitionstätigkeit im kommenden Quartal einschränken, nur 17 Prozent planen eine Erhöhung ihres Investitionsbudgets. Die idurchgeführte Regionalanalyse zeigt einen konjunkturellen Aufschwung – wenngleich auch mit unterschiedlicher Ausprägung – in allen Landkreisen des Kammerbezirks und in der Region Hannover. Der Spitzenreiter ist der Landkreis Hameln-Pyrmont mit einem Indexwert von 76 Punkten. Die Region Hannover weist einen gestiegenen Geschäftsklimaindex auf, der um 5,5 Punkte auf 71,5 Indexpunkte stieg. Die Betriebe im Landkreis Nienburg weisen mit einem Indexwert von 65 Punkten eine überdurchschnittliche Konjunktur auf. An letzter Stelle bei der Bewertung der Regionalkonjunkturen befinden sich die Betriebe im Landkreis Schaumburg mit 48 Indexpunkten. In diesem Landkreis zeigen die sonstigen Konjunkturparameter auch eine deutliche Abweichung von denen der übrigen Regionen. Dies gilt ganz besonders im Hinblick auf die Auftrags- und Umsatzentwicklung. Diese Entwicklung ist umso gravierender, da der Betriebsbestand im vergangenen Jahr überdurchschnittlich gesunken ist und somit auch die Konkurrenz. Eine analoge Entwicklung ist auch im Landkreis Hameln-Pyrmont zu beobachten, doch hier konnten die Betriebe vermehrt Aufträge akquirieren, die auch zu Umsatzsteigerungen führten.
Die Erwartungen hinsichtlich des weiteren Konjunkturverlaufes sind insbesondere in der Region Hannover und im Landkreis Hameln-Pyrmont angesichts eines erwarteten Auftragsplus von Optimismus getragen.